Colour Bliss #9

Colour Bliss #9

It is a mystery to me why I have so many shades of yellow in my yarn stash. Can colour sneak up to you? I do not plan to knit anything using yellow yarn in the near future, but for winding an autumnal colour palette it comes in handy.

Autumnal leaves and the palette they inspired. | Herbstlaub und die davon inspirierte Farbpalette.

Last saturday I took a walk in the Vienna woods in the hope of boosting my creativity, which is rather low at the moment. It had rained in the morning, but later the sun came out and turned the leaves into a sea of gold. I liked the contrast of vibrant yellows and subdued browns on grey tarmac. Mushrooms are past their prime by now, so I delved into my archive to come up with a few pictures to complement the abundancy of leaves.

Leaf of a pear tree. Underside of a mushroom. | Blatt eines Birnbaums. Die Lamellen eines Pilzes.
Cut stone seen against the light. Sun-drenched leaves. | Geschnittender Stein im Durchlicht. Sonnendurchflutete Blätter.
Boughs of a swamp cypress. Shattered glass. | Äste einer Sumpfzypresse. Zersprungenes Glas.
Mushrooms. Fallen leaves. | Pilze. Abgefallene Blätter.
Yellow leaves still attached to the branches of a tree. Beautiful lichen. | Gelbes Laub, noch am Baum. Schöne Flechten.

Colour Bliss #9

Es ist mir wirklich ein Rätsel, warum in meinem Garnvorrat so viele Gelbtöne zu finden sind. Kann sich eine Farbe heimlich anschleichen? Wie auch immer, ich habe nicht vor in nächster Zeit irgendetwas in Gelb zu stricken. Aber für das Wickeln einer herbstlichen Farbpalette ist der Hort natürlich ideal.

In der Hoffnung meiner erlahmten Kreativität wieder etwas Schwung zu verleihen, unternahm ich letzten Samstag einen Spaziergang im Wienerwald. Es hatte am frühen Vormittag geregnet, aber dann ließ sich die Sonne doch blicken und verwandelte das herbstliche Laub in ein goldenes Meer. Der Kontrast der leuchtenden Gelb- und der stumpfen Brauntöne auf grauem Asphalt gefiel mir. Die im Wald zu findenden Pilze sind mittlerweile nicht mehr sehr ansehnlich, also habe ich einige Bilder als Ergänzung der Fotos von Laub aus meinem Archiv gefischt.

Colour Bliss #8

Colour Bliss #8

I don´t take being cooped up well. Almost all my favourite places are now out of reach. That is stressfull. I have become an armchair traveller, reliving past holidays in my mind. The world has shrunk. In times like these it is the little things that keep me going. The unfurling new leaf of a potted plant, the antics of a couple of crows on the roof opposite my window, the smell of chocolate cookies fresh out of the oven, my stash of wool …

Luckily my capacity to amuse myself is considerable, as is my stock of photos. I have always enjoyed looking at things closely, paying heed to minute details or colour – and have taken pictures accordingly. Last Sunday I was sorely in need of a bit of fun. It was high time to play with balls of wool again and create a new palette. I hope you like the bold colour combinations as much as I do.

A magnificent peacock. The palette I created inspired by its gorgeous feathers. | Ein prachtvoller Pfau. Seine Federn haben mich zu dieser Farbpalette inspiriert.
Lichen. Close up of the wing of Zerynthia polyxena. | Flechten. Nahaufnahme des Flügels von Zerynthia polyxena (Osterluzeifalter).
Morpho aega. Pretty leaf. | Morpho aega (Morphofalter). Hübsches Blatt.
Dead ivy. Close up of the wing of Kallima inarchus. | Abgestorbener Efeu. Nahaufnahme des Flügels von Kallima inarchus (Indischer Blattschmetterling).
Chrysiridia ripheus. Very green leaf. | Chrysiridia ripheus (Regenbogenfalter). Sehr grünes Blatt.
Gunnera leaf. Feathers of a peacock. | Nahaufnahme eines Gunnerablattes. Pfauenfedern.

Colour Bliss #8

Ich vertrage es nicht, wenn meine Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird – und dabei meine ich nicht die Möglichkeit Sport zu treiben. Fast alle meine Lieblingsorte sind derzeit unerreichbar. Das verursacht Stress. Ich reise nur noch auf der Landkarte und erfreue mich an Erinnerungen vergangener Urlaube. Die Welt ist geschrumpft und wir drohen wieder in Provinzialismus abzurutschen, nur dass das heutzutage anders genannt wird. In Zeiten wie diesen halten mich die kleinen Freuden im Leben aufrecht. Ein neues Blatt einer Topfpflanze, das sich langsam entfaltet; spielende Krähen am gegenüberliegenden Dach; der Geruch frisch gebackener Schokoladenplätzchen, mein Vorrat an Wolle …

Glücklicherweise ist es mir noch nie schwer gefallen, mich selbst zu unterhalten. Da ich in den letzten Jahren wie eine Wilde fotografiert habe, verfüge ich über einen stattlichen Vorrat an Fotos. Es hat mir schon immer Spaß gemacht Dinge genau anzusehen und mich an winzigen Details oder Farben zu erfreuen. Letzten Sonntag brauchte ich dringend Aufheiterung. Höchste Zeit wieder einmal mit Wollknäueln zu spielen und ein Colour Bliss zusammenzustellen! Ich hoffe, Ihnen gefallen die gewagten Farbkombinationen genauso gut wie mir.

Purple food to feast your eyes on

Augenschmaus: Gesundes in Lila

For me shopping for groceries is a tedious affair, with the exception of fruit and vegetables. It is a joy to look at their multitude of shapes, textures and colours. Take lettuce, for example. The variety of leaves – rounded, gently undulating, ribbed, with jagged edges, smooth yet pointed, etc. – is quite stunning. The pattern of veins on the skin of a melon! The weirdness of mushrooms! And don´t get me started on the colours of peaches, those little portable sunsets!

I always try to pick the prettiest fruit and vegetables. More often than not they have to pose in front of my camera, before they are eaten (with the exception of broccoli, the dastardly little trees are only fit for flower arrangements). My nerves are a bit frayed at the moment and I caught myself sorting close ups and simple still lifes according to colour …

Swaddeled mango. | Züchtig verhüllte Mango.
Frozen blueberries. Look at the intriquing texture! | Gefrorene Heidelbeeren mit faszinierender Struktur.
Beans: pleasingly speckled on the outside, silky smooth on the inside. | Bohnen: Außen hübsch gefleckt, innen seidig glatt.
Red cabbage – elegant, isn´t it? | Rotkraut, ganz elegant.
Beetroot: the swirls of colour came as a surprise. | Als Rote Rübe gekauft, waren die Farbkringel eine Überraschung.

Augenschmaus: Gesundes in Lila

Der Einkauf von Lebensmitteln ist für mich eine langweilige Sache, mit Ausnahme von Obst und Gemüse. Den Anblick ihrer unterschiedlichen Formen, Texturen und Farben genieße ich. Denken Sie einmal an Salat. Die Vielfalt der Blätter – gerundet, leicht gewellt, gerippt, mit gekräuselten Rändern, glatt aber gespitzt, etc. – ist doch erstaunlich. Die von den Adern auf der Haut einer Netzmelone geformten Muster! Die bizarren Formen von Pilzen! Und über die Farben von Pfirsichen, diesen kleinen tragbaren Sonnenuntergängen, fange ich am besten gar nicht erst zu schreiben an!

Ich versuche immer, besonders hübsches Obst und Gemüse auszuwählen. Schließlich muss es oft noch schnell vor meiner Kamera posieren, bevor es gegessen wird (ausgenommen Broccoli, die hinterhältigen Bäumchen sind nur für Blumenarrangements geeignet). Im Moment bin ich reichlich mit den Nerven herunter und habe mich dabei ertappt, Nahaufnahmen und einfache Stilleben nach Farbe zu sortieren …

Fair Iris

Die schöne Iris

Irisis are in full bloom and what a gorgeous sight they are! Yesterday I passed some magnificent specimens on one of my infrequent long walks. I used to buy bunches of Iris at a local farmer´s market, but this year I don´t want to brave the crowds. So I turned to my archive instead.

The iris is an amazingly photogenic flower. Aptly named after the greek godess Iris, who descended on the rainbow to earth taking messages from the gods to mankind, the showy flower boasts a multitude of colours, as you well know. Although I am a glutton for colour, that is not the characteristic I find most attractive. To me the structure of the flower and the elegant curves of the petals are far more intriguing. Irisis retain a sculptural quality even when they wither and their petals turn slightly transparent showing off the delicacy of their veins, furl and finally shrink.

Die schöne Iris

In Wien blühen die Iris und geben einen wahrhaft großartigen Anblick ab! Gestern bin ich auf einem meiner seltenen langen Spaziergänge an einigen außergewöhnlich prächtigen Exemplaren vorbeigekommen. Früher habe ich mich um diese Zeit immer am Bauernmarkt mit Irissträußen eingedeckt, aber heuer möchte ich mich dafür nicht ins Gewühl stürzen. Also habe ich stattdessen mein Bildarchiv durchforstet.

Die Iris ist schon eine erstaunlich photogene Pflanze. Benannt nach der griechischen Göttin Iris, die am Regenbogen herabstieg, um den Menschen Nachrichten der Götter zu bringen, erstrahlt die auffällige Blume in einer Vielzahl an Farben, aber das wissen Sie ja. Das ist für mich aber nicht ihr interessantestes Merkmal, obwohl ich von Farben nicht genug bekommen kann. Ich finde die Struktur der Blüte und die eleganten Kurven der Blütenblätter weitaus faszinierender. Eine Iris behält sogar ihre skulpturale Qualität wenn sie verwelkt und dabei ihre leicht transparent gewordenen Blütenblätter die delikaten Adern sichtbar werden lassen, sich einrollen und schließlich schrumpfen.

Colour Bliss #7

Colour Bliss #7

Happiness comes in a cellophane bag. Vienna has an abundance of old fashioned shops selling sweets and chocolates. I would go so far as to say they are part of the city´s cultural heritage. A couple of weeks ago I was standing in one such establishment, paying tribute to the tooth fairy, when it occured to me, that the tempting merchandize – rich in calories, yet irresistible – could serve as inspiration for a colour palette. I let my gaze wander until it came to rest upon Wiener Seidenzuckerln, a lovely concoction of crunchy hazelnut flavoured filling and thick striped sugar coating with a tempting silken sheen. Apart from the visual pleasure Seidenzuckerl give when placed in delicate glass bowls and jars, the sweets are quite delicious.

Happy with my purchase I trotted home, sorted the sweets according to shape/colour scheme, piled them up and took pictures. Out came the yarn stash and a colour palette was wound in a jiffy.

A pile of Seidenzuckerl and the coulour palette they inspired. | Seidenzuckerl und die von ihnen inspirierte Farbkarte.

The pastel shades reminded me of spring flowers and sunny days spent far from the boredom of daily toil. Both are hard to get in real life these days, so off I went for a romp through my archive in search of blooms and holiday snaps. Here is my attempt to spread a little joy:

A peony in full bloom. Meringue with pastel stripes. | Eine voll erblühte Päone. Windbäckerei mit pastellfarbenen Streifen.
Mini-Marshmallows. A detail from the portal of Sant Andrea, Mantua. | Winzige Marshmallows. Ein Detail des Portals von Sant Andrea, Mantua.
Murano glass vases from the thirties cast pretty shadows. Sweets, still untouched. | Vasen aus Muranoglas werfen hübsche Schatten. Noch verpackte Bonbons.
Sugar coated almonds and lemon jelly. The floor mosaik in the foyer of MSK, Gent. | Mit Zuckerglasur überzogene Mandeln und Zitronengelee. Das Fußbodenmosaik in der Vorhalle des MSK, Gent.

Colour Bliss #7

Das Glück kommt im Zellophansackerl. In Wien gibt es noch viele altmodische Geschäfte, die Bonbons, Schokolade und andere Süssigkeiten verkaufen. Ich möchte fast sagen, sie sind ein Teil des Kulturerbes der Stadt. Vor ein paar Wochen stand ich in einem dieser Läden und huldigte der Zahnfee. Da kam mir plötzlich der Gedanke, dass die verlockende Ware – reich an Kalorien und doch unwiderstehlich – als Inspiration für eine Farbkarte dienen könnte. Ich ließ meinen Blick schweifen, bis er auf Wiener Seidenzuckerln zur Ruhe kam. In ihrer klassischen Form bestehen diese aus einer Füllung mit Haselnussgeschmack in einer seidig glänzenden, gestreiften Zuckerhülle. Seidenzuckerl sind wirklich köstlich und sehen in zarten Glasgefäßen aufbewahrt auch ausgesprochen hübsch aus.

Glücklich trabte ich mit meinem Einkauf nach Hause, sortierte die Zuckerl nach Form und Farbe, häufte sie auf und schoss einige Fotos. Mein Wollvorrat war schnell hervorgekramt und die Farbkarte im Nu gewickelt.

Die Pasteltöne erinnerten mich an Frühlingsblumen und sonnige Tagen fernab der täglichen langweiligen Mühsahl. Im wirklichen Leben ist derzeit beides schwer zu bekommen. Also begab ich mich auf eine Reise durch mein Bildarchiv, um Fotos von Blüten und Urlaubsschnappschüsse zu finden. Hier ist mein Versuch ein wenig Freude zu verbreiten.

Colour Bliss #6

Colour Bliss #6

Are you looking for something to alleviate winter depression? Here are cheerful primary colours to brighten a dreary January. The end of this ghastly season can´t come fast enough for me. I usually try to compensate the city´s greyness by wearing colourful knitted hats and scarfs. The brighter the better. However, I have not knitted anything in this colour combination yet.

My first associations were children´s toys – the oldfashioned kind, of course – and succulent fruit.

Peeling paint. The palette I created. | Abblätternde Farbe. Die von mir gestaltete Farbkarte.
Tiny bus made of sheet metal. Marbles. | Ein kleiner Bus aus Blech. Murmeln.
Nice curves: Close up of a water lilly. Bananas. | Alles krümmt sich: Nahaufnahme einer Seerose. Bananen.
Gorgeous ribbons. Blueberries. | Prächtige Bänder. Heidelbeeren
Detail of a large strawberry. Miniature wooden dolls. | Detail einer großen Erdbeere. Kleine Holzpüppchen.

P. S. for interested knitters: I chose Karen Noe Shetland 100% uld in shade 752 and Jamieson´s Shetland Spindrift in shades 104, 134, 525, 685, 710, 752.

Colour Bliss #6

Suchen Sie auch nach Dingen die eine Winterdepression mildern könnten? Wie wäre es mit fröhlichen Primärfarben, damit der trübe Jänner etwas bunter wird? Für mich kann das Ende dieser grauenhaften Jahreszeit nicht schnell genug kommen. Normalerweise versuche ich durch das Tragen farbenfroher, selbstgestrickter Mützen und Schals – je knalliger desto besser – dem Grau der Stadt etwas entgegenzusetzen. In dieser Farbkombination habe ich aber noch nie etwas gestrickt, zumindest bis jetzt nicht. Als Erstes kam mir zu diesen Farben altes Spielzeug in den Sinn, gefolgt von saftigen Früchten.

P. S. für alle, die gerne stricken: Ich habe Karen Noe Shetland 100% uld in der Farbe 752 und Jamieson´s Shetland Spindrift in den Farben 104, 134, 525, 685, 710, 752 verwendet.

In the mood for yellow

In gelber Stimmung

Happy New Year!

Looking back, have you ever inadvertently developed a penchant for a specific colour? I seem to have done so. Archiving photos I have taken in 2019 I happend to notice that the colour yellow cropped up more often than usual. Was it pure coincidence, an unconcious decision or due to subject matter? Who knows? Here are a few examples:

In gelber Stimmung

Alles Gute im neuen Jahr!
Ist es Ihnen auch schon passiert, dass Sie zurückblicken und feststellen, unbemerkt eine Vorliebe für eine bestimmte Farbe entwickelt zu haben? Mir scheint das passiert zu sein. Als ich die im Jahr 2019 aufgenommenen Fotos archivierte, fiel mir auf, dass die Farbe Gelb erstaunlich oft auf den Bildern auftaucht. Reiner Zufall, eine unbewusste Entscheidung oder doch nur auf die Bildthematik zurückzuführen? Wer weiß? Hier einige Beispiele:

Still life with decanter and sweets. | Stillleben mit Flasche und Süssigkeiten.
An amber liquid, I don´t remember whether it was juice or herbal tea, went well with delicious sweets. | Eine bernsteinfarbene Flüssigkeit – entweder Saft oder Kräutertee, ich kann mich nicht mehr erinnern –­ macht sich gut mit leckeren Süßigkeiten.
Still life with book and yellow flowers. | Stillleben mit Buch und gelben Blumen.
Dried miniature daffodils and yellow roses accompany a beautiful book of Alfred, Lord Tennison´s poems. | Ein Buch mit Gedichten von Alfred, Lord Tennyson umringt von getrockneten Miniaturmärzenbechern und gelben Rosen.
Two pictures of a plant from the Proteacea family. | Zwei Fotos einer Pflanze aud der Familie der Proteaceen.
When I bought this cut flower, a member of the family Proteaceae, I was more interested in form and structure than in colour. | Zum Kauf dieser Schnittblume aus der Familie der Proteaceen verführten mich Wuchs und Struktur, nicht die Farbe.
White/yellow speckled knitted scarf with yellow and grey stripes. | Weiß-Gelb gesprenkeltes gestricktes Tuch mit gelben und grauen Streifen.
Twice I chose yellow deliberately: I bought cloth with a pattern in yellow and grey on off-white to make a bag. Later in the year I designed and knitted this scarf to match, because I like colour coordinated accessories. | Zweimal wählte ich Gelb ganz bewusst: Um mir eine Tasche zu nähen, habe ich einen Stoff mit einem Muster in Gelb und Grau auf naturweißem Untergrund gekauft. Später im Jahr entwarf und strickte ich dazu ein Tuch, weil ich gerne farbkoordinierte Accesoires trage.

Wave your tentacles, please

Wink´ doch mit deinen Tentakeln

Mirror, mirror on the wall who is the weirdest of them all? In my opinion that would be the Tacca, closely followed by the passionflower. The latter is the more interesting of the two, not least because of its symbolical connotations. Native to South America, the passionflower was discovered in the 16th century and fired the imagination of those who first wrote about it. The different parts of the flower were made to represent the Passion of Christ. The three stigmas were interpreted as the Nails, the five stamens as the five Wounds, the corona filaments as the Crown of Thornes. The corolla became the ten apostles present at the crucifixion, and so on. Illustrators, who never laid eyes on a living plant, depicted the flower accordingly.

In 1619/20 a passionflower flowered for the first time in Europe – not in Spain, as one would expect, but in the Farnese Gardens in Rome, Italy. Today the passionflower, once a coveted exotic, can be found in gardens all over Europe. I once bought a specimen as a houseplant at a local supermarket and to my delight it flowered copiously (until it succumbed to a plant disease). My potted plant never produced edible fruit though.

Wherever I happen to see a passionflower I try to capture its surreal beauty with my camera. Sometimes black and white really is the best.

Wink´ doch mit deinen Tentakeln

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Seltsamste am Blumenstand? Meiner Meinung nach wäre das die Tacca, dicht gefolgt von der Passionsblume, die auch die Interessantere der beiden ist. Schließlich kann sie mit einer schwerwiegenden symbolischen Bedeutung aufwarten. In Südamerika heimisch, wurde die Passionsblume im 16. Jahrhundert entdeckt und beflügelte von Beginn an die Fantasie der Berichterstatter. Die unterschiedlichen Teile der Blüte wurden mit der Passion Christi gleichgesetzt. Die drei Narben interpretierte man als Kreuznägel, die fünf Staubgefäße als die fünf Wunden, die Fäden der Nebenkrone als die Dornenkrone. Die Blätter der Blumenkrone standen für die bei der Kreuzigung anwesenden Apostel, und so weiter. Illustratoren stellten die Pflanze dementsprechend dar, schließlich hatten sie nie ein lebendes Exemplar gesehen.

In Europa blühte eine Passionsblume zum ersten Mal 1619/20 – nicht, wie man annehmen könnte, in Spanien sondern in den Farnesinischen Gärten in Rom. Heute blüht das einst als Exot begehrte Gewächs in vielen europäischen Gärten. Ich habe einmal eine Passionsblume als Zimmerpflanze in einem Supermarkt gekauft und sie blühte zu meiner großen Freude üppig (bis eine Pflanzenkrankheit sie dahinraffte). Meine Topfpflanze trug allerdings nie eßbare Früchte.

Wo und Wann auch immer ich zufällig eine Passionsblume sehe, versuche ich die surreale Schönheit der Blüten mit meiner Kamera festzuhalten. In Schwarz/Weiß sind die Bilder doppelt so ausdrucksstark.

Colour Bliss #5

Colour Bliss #5

It has not snowed in Vienna yet. I remember my excitement as a child when I watched the first snowflakes tumbling slowly from the sky. Waking up to snow-covered streets I was eager to take a walk in the Wienerwald. I loved the sound the fresh powdery snow made under my feet and the stark contrast between dark treetrunks and glittering ice crystals.
Nowadays the joy is gone. Snow means even more time wasted to get to and from work, because icy sidewalks slow me down and public transport is even more fickle than usual.

So, let me celebrate the good times with a wintry colour palette and a story!

Let there be snowy colours and tinsel, it is christmas time after all.

The night was cold and the harness of the horses jingled softly as the coach sped through the silent forrest. Tall trees, their trunks dark with moisture, stood like sentinels along the well kept road. Towards midnight it began to snow. The coachman pulled up the collar of his cloak and sighed resignedly. Oblivious his passengers, wrapped in warm blankets and furs, slept on. When the travellers finally reached the edge of the wood a white wonderland lay before them. Covered with a thin blanket of snow the hills and meadows glittered in the morning sun and a river meandered like a black ribbon through the valley towards the city, which could be seen as a smokewreathed smudge on the horizon. The tired horses pricked their ears at the sight of an inn promising a warm stable and hay.
„Are we there yet?“ asked one of the travellers in a hopeful voice.
„Soon, your grace“, the coachman replied. „Soon“.

Colour Bliss #5

Bis jetzt hat es in Wien noch nicht so richtig geschneit. Ich kann mich noch erinnern, dass ich als Kind vor lauter Vorfreude auf und ab gehüpft bin, sobald die ersten Schneeflocken vom Himmel trudelten. Wenn ich dann in der Früh aufwachte und die Straßen waren schneebedeckt, wollte ich nichts als raus in den Wienerwald. Ich liebte das Knirschen des frisch gefallenen Schnees bei jedem Schritt und den starken Kontrast zwischen dunklen Baumstämmen und glitzernden Eiskristallen.
Heutzutage kommt keine Freude mehr auf. Schnee bedeutet langsameres Vorankommen aufgrund vereister Gehsteige, miserable Verkehrsverbindungen und damit noch mehr verschwendete Zeit für meinen Weg zu und von der Arbeit.

Also lassen Sie mich die guten Zeiten mit einer winterlichen Farbzusammenstellung und einer Geschichte feiern!

Die Nacht war kalt und das Geschirr der Pferde, welche die Kutsche in gestrecktem Galopp durch den stillen Wald zogen, klingelte leise. Entlang der gut instand gehaltenen Straße standen mächtige Bäume, ihre Stämme schwarz vor Feuchtigkeit, wie stumme Wachen. Gegen Mitternacht begann es zu schneien. Resigniert schlug der Kutscher seinen Kragen bis über die Ohren hoch und seufzte. Seine in warme Decken und Pelze gehüllten Passagiere bemerkten von all dem nichts. Als die Reisenden endlich den Waldrand erreichten erstreckte sich vor ihnen ein weißes Wunderland. Hügel und Weiden lagen unter einer dünnen Schneedecke, die in der Morgensonne glitzerte, und durch das Tal schlängelte sich ein Fluss wie ein schwarzes Band in Richtung der Stadt, die als rauchgraue Schliere am Horizont zu erkennen war. Die müden Pferde spitzten ihre Ohren als sie vor sich einen Gasthof erblickten, der einen warmen Stall und Heu versprach.
„Sind wir schon da?“, fragte einer der Reisenden voller Hoffnung.
„Bald, Eure Durchlaucht“, antwortete der Kutscher. „Bald“.

A rose is a rose, isn´t it?

Eine Rose ist eine Rose, oder doch nicht?

In my second series of paintings I wanted to create a lighter mood. Thanks to the infinite variety of roses I was able to find flowers whose petals seemed to twist and turn rather randomly. Seen close up they almost look like the contents of a potpourri bowl or a carpet of strewn petals. The gorgeous painting „The roses of Heliogabal“ by Lawrence Alma Tadema also comes to mind.

In comparison with the darker paintings I wrote about last week the impression I tried to convey in the white series is softer, less vigorous and slightly boring. The gaze of the viewer is not guided to a specific point, but invited to roam freely. The composition has no obvious center and the chosen hues evoke tranquility and airiness. The pictures would be a good match for the nordic style of interior decoration, don´t you think?

A shower of petals. Three portraits of roses, acrylic on canvas. | Blütenblätter rieseln herab. Drei Porträts von Rosen, Acryl auf Leinwand.

Eine Rose ist eine Rose, oder doch nicht?

In der zweiten Serie von Rosenporträts wollte ich eine heitere, beschwingte Stimmung erzielen. Glücklicherweise konnte ich Rosen finden, deren Blütenblätter sich recht willkürlich krümmen – der großen Vielfalt an Rosensorten sei Dank. Aus der Nähe betrachtet wirken die Blüten fast wie der Inhalt einer Potpourri-Schüssel oder als hätte jemand einen Teppich aus Rosenblättern gestreut. Irgendwie fühle ich mich auch an das großartige Gemälde „Die Rosen des Heliogabal“ von Lawrence Alma Tadema erinnert.

Im Gegensatz zu den dunklen Bildern, über die ich letzte Woche geschrieben habe, versuchte ich in der weißen Serie eine sanfte, ausgeglichene und ein bisschen langweilige Stimmung zu vermitteln. Der Blick des Betrachters kann frei und richtungslos über die Bilder gleiten, er wird nicht auf einem bestimmten Punkt gelenkt. Die Anordnung der Blütenblätter hat eigentlich keine betonte Mitte und die Farbigkeit beschwört Ruhe und Luftigkeit. Finden Sie nicht auch, dass die Bilder gut zum nordischen Einrichtungsstil passen würden?