The joy of natural materials

Naturmaterialien, immer ein Genuss

It seems to be a good year for roses, they are flowering in abundance and are particularly beautiful to boot. When I chose this still life for the blog it was not the roses that got me thinking though. The spools (hand-me-downs from my mother and fleamarket finds) caught my attention.

Lately I have seen a lot of pictures documenting the appalling amount of plastic on beaches and in the sea. To be frank, I was shocked. So many things are ­made of plastic these days – quite needlessly! There are other materials available that have proven their usefullness in the past. Look at this picture for example. Thread does not have to be wound onto plastic spools, paper or wood do the job just as well and are far more pleasing to touch. They look nicer, too. The same goes for toys. Admit it, the little wooden dog is charming. Made of plastic it would just look tacky.

Plastic has its uses and advantages, of course. Sometimes it cannot be avoided or improves a product. It is not a „bad“ material per se. But in many cases we could do without plastic. Unfortunately it is not the consumer who decides what materials are used for certain products or parts thereof, but industries geared to maximize gain for a priviledged few. Not buying things made of plastic is simply not an option for most of us, for various reasons from affordability to availability. But we can choose what we buy carefully, source alternatives and above all collect, recycle and dispose of garbage responsibly. And, please, do not leave rubbish in public places, others would like to enjoy the unspoiled beauty of beaches, parks etc. too.

Naturmaterialien, immer ein Genuss

Es scheint ein gutes Jahr für Rosen zu sein, sie blühen überaus üppig und sind dabei auch noch besonders schön. Es waren jedoch nicht die Rosen, die mich bei der Auswahl dieses Stilllebens für den Blog nachdenklich stimmten. Meine Aufmerksamkeit wurde von den Garnspulen (teils aus dem Fundus meiner Mutter, teils Flohmarktfunde) gefesselt.

Ich habe in letzter Zeit viele Bilder gesehen, die erschreckende Mengen von Plastikmüll auf Stränden und im Meer zeigen. Ehrlich gesagt, ich war schockiert. Es werden heutzutage so viele Dinge aus Plastik hergestellt, ohne dass dafür eine Notwendigkeit bestünde. Es gibt andere Materialien, die ihre Nützlichkeit in der Vergangenheit bewiesen haben. Werfen Sie einen Blick auf das Bild. Faden muss nicht auf Plastikspulen gewickelt sein, Papier oder Holz erfüllen die Aufgabe genauso gut und fühlen sich viel besser an. Sie sehen auch hübscher aus. Dasselbe gilt für Spielzeug. Geben Sie zu, der charmante kleine Hund ist niedlich. Wäre er – womöglich aus buntem – Plastik, würde er eher billig und geschmacklos wirken.

Natürlich hat Plastik seine Vorteile und kann überaus nützlich sein. Manchmal lässt sich seine Verwendung nicht vermeiden, ein andermal verbessert es ein Produkt. Plastik an sich ist kein „schlechtes“ Material. Aber in vielen Fällen ginge es auch ohne. Leider entscheiden nicht die KonsummentInnen welches Material für einen Gegenstand oder einen Teil davon zum Einsatz kommt sondern Unternehmen, die bestrebt sind den maximalen Gewinn für eine kleine Zahl an Privilegierten herauszuholen. Der Erwerb von Dingen aus Plastik ist für die meisten von uns aus den unterschiedlichsten Gründen, von der Leistbarkeit bis zur Verfügbarkeit, kaum zu vermeiden. Doch wir können mit Bedacht entscheiden, was wir kaufen, nach Alternativen suchen, vor allem aber sammeln, recyceln und verantwortungsvoll mit Abfall umgehen. Also lassen Sie bitte nicht Ihren Müll an öffentlichen Orten zurück, auch andere Menschen möchten die unverdorbene Schönheit von Stränden, Parks etc. genießen.

Fair Iris

Die schöne Iris

Irisis are in full bloom and what a gorgeous sight they are! Yesterday I passed some magnificent specimens on one of my infrequent long walks. I used to buy bunches of Iris at a local farmer´s market, but this year I don´t want to brave the crowds. So I turned to my archive instead.

The iris is an amazingly photogenic flower. Aptly named after the greek godess Iris, who descended on the rainbow to earth taking messages from the gods to mankind, the showy flower boasts a multitude of colours, as you well know. Although I am a glutton for colour, that is not the characteristic I find most attractive. To me the structure of the flower and the elegant curves of the petals are far more intriguing. Irisis retain a sculptural quality even when they wither and their petals turn slightly transparent showing off the delicacy of their veins, furl and finally shrink.

Die schöne Iris

In Wien blühen die Iris und geben einen wahrhaft großartigen Anblick ab! Gestern bin ich auf einem meiner seltenen langen Spaziergänge an einigen außergewöhnlich prächtigen Exemplaren vorbeigekommen. Früher habe ich mich um diese Zeit immer am Bauernmarkt mit Irissträußen eingedeckt, aber heuer möchte ich mich dafür nicht ins Gewühl stürzen. Also habe ich stattdessen mein Bildarchiv durchforstet.

Die Iris ist schon eine erstaunlich photogene Pflanze. Benannt nach der griechischen Göttin Iris, die am Regenbogen herabstieg, um den Menschen Nachrichten der Götter zu bringen, erstrahlt die auffällige Blume in einer Vielzahl an Farben, aber das wissen Sie ja. Das ist für mich aber nicht ihr interessantestes Merkmal, obwohl ich von Farben nicht genug bekommen kann. Ich finde die Struktur der Blüte und die eleganten Kurven der Blütenblätter weitaus faszinierender. Eine Iris behält sogar ihre skulpturale Qualität wenn sie verwelkt und dabei ihre leicht transparent gewordenen Blütenblätter die delikaten Adern sichtbar werden lassen, sich einrollen und schließlich schrumpfen.



Cleaning my desk – a capacious affair with seven deep drawers – now and then is akin to an archaeological dig. Luckily I do not have to document and date the numerous, only slightly different layers. Deciding what to keep and what to cull, shred and deposit in the dustbin is enough action and excitement for a day, especially for a hoarder like me. One never knows when a discarded wrapper, lovely length of ribbon or enticing paper ephemera might come in handy. Not to mention the copious amounts of different papers bought at a whim. A desk stuffed with odds and ends is equivalent to a well stocked larder. Hidden treasures included.

Look what I found at the back of a desk drawer! My first digitally produced booklet! I made this single copy of Chrysanthemum almost 20 years ago! By now it looks a bit dated and the print quality leaves a lot to be desired, but so what. Chrysanthemum has sentimental value and I am going to keep it!


Meinen geräumigen, mit sieben tiefen Laden versehenen Schreibtisch gelegentlich auszumisten gleicht einer archäologischen Grabung. Glücklicherweise muss ich die zahlreichen, kaum zu unterscheidenden Schichten nicht dokumentieren und datieren. Schon allein die Entscheidung, was ich behalten und was aussortieren, shreddern und im Mistkübel entsorgen soll, ist genug Arbeit und Aufregung für einen Tag, vor allem für eine Sammlerin wie mich. Man weiß doch wirklich nicht, ob das von seinem Inhalt befreite Einwickelpapier, ein paar Zentimeter eines hübschen Bandes oder das unwiderstehliche Ephemera aus Papier nicht doch noch gebraucht wird. Ganz zu Schweigen von den spontan (natürlich in ordentlichen Mengen) gekauften unterschiedlichen Papieren. Ein mit allerlei Dingen vollgestopfter Schreibtisch kommt schließlich einer gut gefüllten Speisekammer gleich. Inklusive verborgener Schätze.

Sehen Sie doch, was ich ganz hinten in einer Lade entdeckt habe! Mein erstes digital produziertes Büchlein! Ich habe das Einzelstück Chrysanthemum vor 20(!) Jahren angefertigt. Mittlerweile sieht man ihm sein Alter an und die Qualität des Drucks lässt zu wünschen übrig, aber was soll´s. Chrysanthemum hat Erinnerungswert und deshalb werde ich es auch behalten!

The booklet and its box.

The ingenious dodo

Der erfinderische Dodo

What do stuffed dodos and austrian archaeologists have in common? The cute flightless birds are already extinct, indigenous archaeologists are an endangered species. If current trends continue they will both soon be relics.

With that in mind I designed my second horizontal wallpaper and another booklet. What if the last of the dodos had been caught in a time warp? Finally back in our time it could have come across a crashed aeroplane hidden in the jungle. Sick of being earthbound and more intelligent than ever due to mysterious circumstances, the dodo used a propeller and some other mechanical parts to build itself a flying contraption. „Impossible! Hubris! Poppycock!“ you will object. Really? Here it jumps confidently off a cliff. Will the dodo be able to fly?

Cover of the booklet "Gegen die Schwerkraft". | Der Einband des Leporellos "Gegen die Schwerkraft".
Hopelessly optimistic the dodo attempts the impossible. The cover of the booklet „Against gravity“ | Hoffnungslos optimistisch versucht der Dodo das Unmögliche. Der Umschlag des Büchleins „Gegen die Schwerkraft“.
The book "Gegen die Schwerkraft". | Das Buch "Gegen die Schwerkraft".
Fully extended the accordion book measures 95 x 11 cm. | Voll ausgezogen ist der Leporello stattliche 95 cm lang, aber nur 11 cm hoch.
The other side of the leporello. | Die Rückseite des Leporellos.)
Once again I did not write a story for lack of time. | Schon wieder hatte ich keine Zeit eine Geschichte zu schreiben.
Crazy wallpaper. | Verückte Tapete.
The second horizontal wallpaper I designed with the aim to boost my well-being in a rather cheerless office.| Die zweite horizontale Tapete, die ich entwarf, um mein Wohlbefinden in einem recht freudlosen Büro zu fördern.

Der erfinderische Dodo

Was haben ausgestopfte Dodos und österreichische Archäologen gemeinsam? Die herzigen flugunfähigen Vögel sind bereits ausgestorben, heimische Archäologen sind eine gefährdete Art. Wenn sich derzeitige Trends fortsetzen, werden beide bald nur noch Relikte sein.

Mit diesem Hintergedanken entwarf ich meine zweite horizontale Tapete und ein Büchlein. Was wäre, wenn der letzte Dodo in eine Zeitverschiebung geraten wäre? Zurückgekehrt in unsere Zeit hätte er zufällig die Reste eines abgestürzten Flugzeugs im Urwald finden können. Weil er ein Leben am Boden satt hatte und er dank mysteriöser Umstände mit mehr Intelligenz gesegnet war als jemals zuvor, baute sich der Dodo kurzerhand aus einem Propeller und einigen mechanischen Teilen eine Flugmaschine. „Unmöglich! Welch´ Anmaßung! Blödsinn!“ werden Sie einwenden. Wirklich? Here springt er voller Selbstvertrauen von einer Klippe. Wird es ihm gelingen zu fliegen?

White walls are not for me

Weiße Wände mag ich nicht

„Death of a benevolent moose“ began life as a horizontal strip of wallpaper. After the department I work for moved to new premises, I was given a small room of my own. Alas, my desk is facing a wall and cannot be moved. At first, whenever I lifted my gaze from the computer screen in front of me, my eyes came to rest on a – slightly grubby – white wall. One day I could not bear it any longer. A bare white wall not 80 cm in front of my nose was and is unacceptable. I need variety, beauty and colour to keep my spirits up. So, what to do? I decided to create something charming to look at, that would make me smile. An unusually sized poster (3,5 x 0,7 m) was the solution to my visual quandary. A strip of paper can be easily fixed to a wall without doing any harm.

Crazy wallpaper. | Verückte Tapete.
Much better than a white wall! I admit, it is a bit girlish, but flowers are always nice to look at and I have a soft spot for moose/elk. Is the muzzle of a moose just as soft and velvety as that of a horse, I wonder? | Sieht doch besser aus als eine weiße Wand! Zugegeben, es wirkt ein wenig mädchenhaft, aber Blumen sind immer nett anzusehen und ich habe eine Schwäche für Elche. Ich frage mich, ob die Schnauze eines Elches genauso weich und samtig wie die eines Pferdes ist?

The print proved to be rather ephemeral, it faded. To help me remember the decoration in all its pink glory, I made a book. Naturally. It is a simple leporello with a hard cover. I got carried away and added even more flowers, lengthening the strip considerably. The skull on the cover hints at the fate of the moose gazing benevolently out of the sea of flowers.

Cover of the leporello. | Der Einband des Leporellos.
I was not consciously thinking of paintings by Georgia O´Keeffe, honestly. | Ehrlich, jede Ähnlichkeit mit Gemälden von Georgia O´Keeffe ist blanker Zufall.

Unfortunately I never found the time to write the story of the friendly moose, who ended up dead. Was he petted to death? Did someone kill him for his succulent flesh? Or did he die a natural death after a long and happy life? We will never know.

The book "Death of a benevolent moose". | Das Buch "Death of a benevolent moose".
Fully extended the leporello measures 95 x 11 cm. | Voll ausgezogen ist der Leporello stattliche 95 cm lang, aber nur 11 cm hoch.
The other side of the leporello. | Die Rückseite des Leporellos.
More flowers instead of a story. | Noch mehr Blumen statt einer Geschichte.

Weiße Wände mag ich nicht

„Death of a benevolent moose“ war ursprünglich eine horizontale Tapete. Nach dem Umzug der Institution, für die ich arbeite, erhielt ich ein eigenes kleines Zimmer. Es ist wirklich nett, aber leider steht mein Schreibtisch vor einer Wand und kann nicht umgestellt werden. Die ersten Wochen ruhten meine Augen also jedes Mal, wenn ich den Blick von meinem Computerbildschirm hob, auf der schmuddelig-weißen Wand. Eines Tages reichte es mir. Eine schmucklose weiße Wand 80 cm vor meiner Nase zu haben, war und ist unakzeptabel. Ich brauche Abwechslung, Schönheit und Farbe, um einigermaßen bei Laune zu bleiben. Also, was tun? Ich entschloss mich etwas charmantes zu entwerfen, etwas das mir gelegentlich ein Lächeln entlockte. Die Lösung meines optischen Dilemmas präsentierte sich in Form eines Posters mit ungewöhnlichem Format (3,5 x 0,7 m). Ein Papierstreifen lässt sich leicht (und reversibel!) an der Wand befestigen, ohne dieser Schaden zuzufügen.

Der Ausdruck erwies sich allerdings als leicht vergänglich und wurde mit der Zeit immer blasser. Als Erinnerung an die wilde Dekoration in all ihrer pinken Pracht, fertigte ich ein Buch an. Natürlich! Es handelt sich um einen einfachen, hart gebundenen Leporello. Allerdings konnte ich mich nicht beherrschen und es kamen noch einige – ähem, verdammt viele – Blumen dazu. Dadurch wurde der Streifen um einiges länger. Der Schädel am Cover lässt schon das Schicksal des Elches, der wohlwollend aus dem Blumenmeer blickt, erahnen.

Leider habe ich nie die Zeit gefunden, die Geschichte des freundlichen Elches, der zu Tode kam, zu schreiben. Wurde er ins Jenseits gestreichelt? Hat ihn jemand wegen seines saftigen Fleisches umgebracht? Oder starb er nach einem langen, glücklichen Leben eines natürlichen Todes? Wir werden es nie erfahren.

When in doubt, make a book!

Ratlos? Mach ein Buch!

What to do with 30 drawings, each 10 cm square? Using them to fold birds was out of the question. Anyway, I suck at origami since the day I was forced to fold an egg as an assignment in school. I could have stuffed the thin sheets of paper into an envelope and that would have been the end of this pleasant experiment. Not an option either, I wanted to play a little longer. And of course I did what I always do, I went into default mode and made a book. Given the thinness of the paper stitching would not have been a good idea. After much thought and several cups of tea it occured to me that Japanese binding might do the trick. So I glued a tab – made of thicker paper and with pre-punched holes – to one side of each former chocolate wrapper. For the cover I did a papercut showing yet another tulip.

The book was assembled in no time at all and I am proud to have – finally! – found a use for the weird spongy material I picked up in a shop for model-builders, just because I liked its structure and it is fun to touch.
To protect the book I built a box.

The box protecting the Tulipbook. | Die Schachtel zum Schutz des Tulpenbuchs.

The open box. | Die geöffnete Schachtel.
The Tulipbook. | Das Tulpenbuch.
The coverpage of the Tulipbook. | Die Titelseite des Tulpenbuchs.
A page of the Tulipbook. | Eine Seite des Tulpenbuchs.
A page of the Tulipbook. | Eine Seite des Tulpenbuchs.
A page of the Tulipbook. | Eine Seite des Tulpenbuchs.
A page of the Tulipbook. | Eine Seite des Tulpenbuchs.

And beaming with joy, because I had created something unique and beautiful, I put it away.

Ratlos? Mach ein Buch!

Was tun mit 30 Zeichnungen, 10 x 10 cm groß? Vögelchen zu falten, kam nicht in Frage. Seit ich in der Schule ein Ei falten musste, habe ich sowieso ein gestörtes Verhältnis zu Origami. Ich hätte die dünnen Papierblätter auch einfach in ein Kuvert stopfen und in einer Schublade verschwinden lassen können. Auch keine reizvolle Lösung, ich wollte noch ein wenig spielen. Und natürlich tat ich, was ich immer tue, ich machte ein Buch – das ist bei mir fast wie eine Grundeinstellung. Das Papier war ein bisschen zu dünn für eine Fadenbindung. Also ein paar Tassen Tee getrunken und nachgedacht. Eine Idee ließ nicht lange auf sich warten: Eine Japanische Bindung müsste sich gut eignen! Also klebte ich einen vorgelochten Streifen aus dickerem Papier an eine Seite von jedem ehemaligen Pralineneinwickelpapier. Als Cover schnell noch eine Tulpe aus dem Papier geschnitten …

Das Zusammensetzten und Binden des Buches war schnell erledigt. Ich fand sogar endlich eine Verwendung für das komische schwammige Material, das ich einmal in einem Geschäft mit Modellbauzubehör gekauft hatte. Ich mochte einfach seine Struktur und das lustige Gefühl beim Anfassen.
Um das Büchlein zu schützen, baute ich ihm noch eine Schachtel.
Freudenstrahlend, weil ich etwas Einzigartiges und Schönes geschaffen hatte, räumte ich das fertige Ding weg.

Strike a pose!

Wirf dich in Pose!

Late Fourties and Fifties fashion – haute couture in particular – is just fabulous! So elegant and yet in the generous use of sumptuous materials so deliciously decadent! Just the right mixture to capture with shadows and spotlit parrot-type tulips. Add a little sparkle …

Drawing of a women with a large tulip. Zeichnung einer Frau mit einer großen Tulpe.
Drawing of a women with a large tulip. Zeichnung einer Frau mit einer großen Tulpe.
Drawing of a women with a large tulip. Zeichnung einer Frau mit einer großen Tulpe.

At this stage of the project it became obvious that the drawings had to be bound in some way. Pages with text would strengthen a rhythm the interspersed fashion drawings hinted at.
Stories, only a few sentences long – more like sketches capturing the mood of a place, provide another layer of context and meaning.

The different ways tulips can be used are quite interesting. (Perhaps even psychologically revealing?) In Vienna tulips are usually planted en masse in solid blocks without any groundcover. They are standing tigthly packed, stiff and without individuality, like good little soldiers.

Photo of tulips in Wien. | Foto von Tulpen in Wien.
Vienna: Tulips galore. | Wien: Tulpen in Hülle und Fülle.

Here is the text about tulips in Vienna (sorry folks, german only):

>>Ein rotlila leuchtender Farbfleck inmitten einer Straßenkreuzung. Tulpen zieren ein von Beton eingefasstes Beet. Eng zusammengepfercht stehen sie da, vom Verkehr umtost. Nur im Vorbeifahren als farbiger Akzent konsumierbar. Tulpen auf die Schnelle.<<

In London, however, they are accompanied by other plants. The effect can be stunning and inspirational. It is possible to admire each tulip and appreciate the shape of the flower or the graceful bend of the stem. Daring colour combinations entice the eye and make the heart sing.

Photo of tulips in London. | Foto von Tulpen in London.
London: A feast for the eyes! | London: Ein Augenschmaus!

Wirf dich in Pose!

Die Mode der späten vierziger und fünfziger Jahre ist spektakulär, besonders die Haute Couture. Elegant und dennoch ein bisschen dekadent, vor allen durch die unglaubliche Menge an kostbaren Stoffen, die – oft nur in einem einzigen Kleid – verarbeitetet wurden. Gerade die richtige Mischung, um mit Schattenrissen und in Licht gebadeten Papageientulpen zu spielen! Ein wenig Glitzer dazu …

In dieser Phase des Projektes wurde mir klar, dass die Zeichnungen irgendwie gebunden werden mussten. Ein Rhythmus deutete sich bereits durch die eingestreuten Modezeichnungen an, Textseiten würden ihn stärken.
Nur einige Sätze lange Geschichten setzen die Tulpen in einen Kontext und verleihen ihnen Bedeutungstiefe. Die Texte, eigentlich Skizzen, versuchen die Stimmung eines Ortes einzufangen, an dem ich Tulpen im Stadtbild begegnete.

Es ist recht interessant zu sehen, wie unterschiedlich Tulpen verwendet werden können. (Vielleicht lässt es ja sogar psychologisch tief blicken?) In Wien pflanzt man sie normalerweise en masse in einheitlichen Blöcken, ohne bodendeckende Gefährten. Dicht gedrängt stehen sie steif da, ihrer Individualität beraubt, wie brave Soldaten.
Hier ist der Text zu den Wiener Tulpen:

>>Ein rotlila leuchtender Farbfleck inmitten einer Straßenkreuzung. Tulpen zieren ein von Beton eingefasstes Beet. Eng zusammengepfercht stehen sie da, vom Verkehr umtost. Nur im Vorbeifahren als farbiger Akzent konsumierbar. Tulpen auf die Schnelle.<<

In London werden Tulpen hingegen von anderen Pflanzen begleitet. Dadurch entstehen fantastische Effekte, die überaus inspirierend wirken. Jede Tulpe lässt sich bewundern, von der Form der Blüte bis zum elegant gebogenen Stängel. Das Auge wird von mutigen Farbkombinationen angezogen und das Herz beginnt zu singen.

A drawing a day …

Eine Zeichnung pro Tag …

… does not keep the doctor away, but it helps to sharpen one´s power of observation. Faded tulips are good models: patient, undemanding and decorative. It is best not to touch the flowers, because they are prone to shed their stamens. I love the satiny sheen of the whithered petals and their veined structure. The paper I was drawing on captured their fragility perfectly and as the pencil glided along the surface it made a pleasing sound – like a whisper. The finished drawings were hell to photograph, though.

Drawing of a faded tulip. | Zeichnung einer verwelkten Tulpe.
Drawing of a faded tulip. | Zeichnung einer verwelkten Tulpe.
Drawing of a faded tulip. | Zeichnung einer verwelkten Tulpe.
Drawing of a faded tulip. | Zeichnung einer verwelkten Tulpe.
Drawing of a faded tulip. | Zeichnung einer verwelkten Tulpe.

This is only a selection of the actual number of drawings I made. Eyeing the small pile I decided to add a few more showing stylish women in silhouette wearing magnified tulips as part of their dress. More about them next time.

Eine Zeichnung pro Tag …

… hält einem zwar nicht den Arzt vom Leibe, hilft aber die Beobachtungsgabe zu schärfen. Verblühte Tulpen sind gute Modelle: geduldig, anspruchslos und dekorativ. Allerdings sollte man die Blüten nicht anfassen, dann fallen nämlich meist die Staubgefäße ab. Ich liebe den seidigen Glanz der verwelkten Blütenblätter und deren geäderte Struktur. Die Fragilität der trockenen Tulpen spiegelte sich perfekt in dem Papier auf das ich zeichnete. Das Geräusch des Bleistifts, als er über die Oberfläche glitt, glich einem Flüstern. Allerdings war es eine Herausforderung, die fertigen Zeichnungen zu fotografieren.

Ich habe natürlich viel mehr Zeichnungen gemacht, als die kleine hier gezeigte Auswahl. Beim Beäugen des Stapels fasste ich den Entschluss, noch einige Modeillustrationen hinzuzufügen. Mir schwebten die Silhouetten eleganter Frauen, die riesige Tulpenblüten als Teil ihrer Kleidung trugen, vor. Mehr darüber nächstes Mal.

The ubiquitus flower

Die allgegenwärtige Blume

It is still dreary and cold, Vienna is grey and quiet like a lead coffin. But there is hope. Bulbs are slumbering in the flowerbeds gracing the streets in my neighbourhood. I am looking forward to watch the plants grow from tiny shoot to magnificent flower. It is a sure bet, that they are going to be tulips again this year. I spotted the first bunches of these much loved springflowers last week – in my local supermarket of all places.

Faded tulips in glass vases. | Verwelkte Tulpen in Glasvasen.

Tulips are not my favourits – far from it. Certainly, they are pretty and provide a welcome spot of colour, but with the exeption of parrot-type tulips and broken varieties they are also rather boring. I like them best once that they are faded.

Close-up of a faded tulip. | Nahaufnahme einer verwelkten Tulpe.

The texture of the dry petals is almost like very thin, crisp paper. The keyword here is paper. Among my stash are wads of slightly crinkled chocolate wrappers that rustle like leaves in the wind when riffled through. It turned out they are excellent for drawing on.

Chocolate wrappers. | Einwickelpapier von Pralinen.
Pencil drawing of a tulip. | Bleistiftzeichnung einer Tulpe.

Die allgegenwärtige Blume

Es ist noch immer trostlos und kalt, Wien ist grau und still wie ein Bleisarg. Doch es gibt Hoffnung. In den, an einigen Straßenecken in meiner Nachbarschaft zur Verkehrsberuhigung angelegten, Beeten schlafen Blumenzwiebel. Ich freue mich schon darauf zu sehen, wie aus winzigen Trieben prächtige Blumen werden. Jede Wette, es wurden wieder Tulpen gepflanzt. Die ersten Bünde dieser beliebten Frühlingsblüher habe ich auch schon entdeckt – ausgerechnet in einem lokalen Supermarkt!

Tulpen sind weit davon entfernt, meine Lieblingsblumen zu sein. Zugegeben, sie sind hübsch und herrlich bunt, aber auch – mit Ausnahme der Papageientulpen und geflammten Exemplare – recht langweilig. Mir gefallen sie ja am besten, wenn sie schon verblüht sind. Die Textur der trockenen Blütenblätter erinnert an sehr dünnes, aber nicht lappiges Papier. Das Schlüsselwort ist Papier. Ich habe geknittertes Einwickelpapier von Pralinen stapelweise in meiner Papiersammlung. Wenn ich Daumenkino spiele, raschelt es wie Blätter im Wind. Und man kann gut darauf zeichnen!