A bouquet of tiny animals

Ein Strauß aus winzigen Tierchen

I have always been fascinated by marine biology. For a very short time I even considered reading it at university. Well, I didn´t, other subjects beckoned more strongly. The love for fish, squid, anemone and company remained. Among other things this is due to my mother, who spent endless hours with a sickly 5-year old me drawing fish and other aquatic creatures. Thanks mum, I appreciate that you have sparked and supported my interest in nature!

Shortly after I started work on the second pop-up for „The Reef“ it became clear that eventually the individual pieces would have to be bound. Therefore particular care had to be taken in the construction of the mechanisms to accomodate the needle going through several stitchholes along the spine. A challenge with this one, due to the orange ball made of tissue paper.

The second pop-up for the planned book "The Reef". | Das zweite Pop-up des geplanten Buches "The Reef".
The second pop-up for the planned book "The Reef". | Das zweite Pop-up des geplanten Buches "The Reef".
The second pop-up for the planned book "The Reef". | Das zweite Pop-up des geplanten Buches "The Reef".
The second pop-up for the planned book "The Reef". | Das zweite Pop-up des geplanten Buches "The Reef".
The second pop-up for the planned book "The Reef". | Das zweite Pop-up des geplanten Buches "The Reef".

Ein Strauß aus winzigen Tierchen

Meeresbiologie hat mich schon immer fasziniert. Für einen Moment war ich sogar versucht das Fach zu studieren. Habe ich aber dann doch nicht getan, andere Studienrichtungen erwiesen sich als verlockender. Die Liebe zu Fischen, Kalmaren, Anemonen und anderem Seegetier ist geblieben. Unter anderem habe ich das meiner Mutter zu verdanken, die stundenlang mit mir Fische und andere Tiere des Wassers zeichnete, als ich eine kränkliche Fünfjährige war. Danke Mama, ich weiß es zu schätzen, dass du mein Interesse für die Natur geweckt und gefördert hast!

Kurz nachdem ich mit der Arbeit am zweiten Pop-up für „The Reef“ begonnen hatte wurde mir klar, dass die Einzelteile zu guter letzt gebunden werden sollten. Bei der Entwicklung der Mechanismen musste also von vornherein bedacht werden, dass später eine Nadel ungehindert durch die Löcher am Falz geführt werden kann. Bei diesem Pop-up war das eine Herausforderung, denn das orangefarbene Seidenpapier-Bällchen verdeckt gut die Hälfte des Mittelfalzes.

Read more about the making of the pop-up book „The Reef“:
Reef under construction

Missing in Amazonia

Vermisst im Amazonas

Oh, for the joy of flea markets! More by accident than by design my best friend Sigrid and I began to collect portrait photographs of women, mostly dating from the 1860s to the 1930s. Currently our joint collection comprises about 3800 photos providing us with an excellent database not only for the study of fashion, jewellery and accessories but also of poses and changing studio furniture.

Sometimes a name or a date is given on the back of a picture, much to our delight. A simple „grandma“ or „aunt“ on the other hand may have been of significance to the sitter´s family and friends, but leaves us rather clueless.
The overwhelming majority of these forgotten women, their portraits no longer cherished by their descendents, remains anonymous. Who where they? How did they live? What were their interests and did they have a chance to pursue them? Were they given an opportunity to train in a profession or to pursue at least informal studies? (Not likely). Were they content with their fate?

We will never know. So let me tell stories instead.

A telegram! Anna heaved a sigh of relief. Ever since her beloved aunt Käthe, the best milliner in town, had started to develop a conscience the family worried. Last spring all of a sudden auntie refused to use feathers and body parts of exotic birds for her extravagant creations. She had had an epiphany, was the only explanation given to shocked customers, employees and family members. A few weeks later aunt Käthe had packed her bags and booked passage to Amazonia in order to found a society for the protection of birds, rally supporters and attempt to put an end to the needless slaughter of winged wildlife.
Anna opened the telegram with a sense of foreboding. Reading the few words she realized her worst fear had come true: Her aunt was missing.

Vermisst im Amazonas

Oh, was sind Flohmärkte doch für eine Freude! Vor einigen Jahren begannen meine beste Freundin Sigrid und ich, mehr aus Zufall denn Entschlossenheit, historische Porträtfotografien von Frauen zu sammeln. Die Bilder datieren großteils in die Zeit zwischen 1860 und 1940. Mittlerweile ist unsere Sammlung auf rund 3800 Fotos angewachsen und bietet eine ausgezeichnete Datenbasis, um Mode, Schmuck, Accessoires, unterschiedliche Posen und Veränderungen in der Ausstattung der Studios zu erforschen.

Manchmal findet sich auf der Rückseite des Bildes ein Name oder ein Datum, sehr zu unserer Freude. Die Beschriftung „Großmutter“ oder „Tante“ konnte (hoffentlich!) von Familienmitgliedern und Freunden der Porträtierten entschlüsselt werden, uns lässt sie hingegen ahnungs- und ratlos zurück.
Die überwiegende Mehrheit dieser vergessenen Frauen bleibt anonym, selbst für ihre Nachfahren waren ihre Porträts nicht mehr von Interesse. Wer waren diese Frauen? Wie haben sie gelebt? Welche Interessen hatten sie und konnten sie ihnen nachgehen? Erhielten sie eine Berufsausbildung oder konnten sie wenigstens durch informelles Lernen Wissen erwerben? (Unwahrscheinlich). Waren sie mit ihrem Schicksal zufrieden?

Wir werden es niemals wissen. Also lassen Sie mich stattdessen Geschichten erfinden.

Ein Telegramm! Anna seufzte erleichtert. Seitdem ihre geliebte Tante Käthe, die beste Hutmacherin der Stadt, begonnen hatte, ein Gewissen zu entwickeln, sorgte sich die ganze Familie. Von einem Tag auf den anderen weigerte sich Tantchen vergangenen Frühling völlig überraschend, Federn und Körperteile exotischer Vögel für ihre extravaganten Kreationen zu verwenden. Sie hatte eine Offenbarung gehabt, erhielten geschockte Kunden, Angestellte und Familienmitglieder als einzige Erklärung. Wenige Wochen später hatte Tante Käthe ihre Koffer gepackt und eine Reise ins Amazonasgebiet gebucht, um dort eine Gesellschaft für den Schutz von Vögeln zu gründen, Unterstützer um sich zu versammeln und dem sinnlosen Abschlachten geflügelter Wildtiere ein Ende zu bereiten.
Anna beschlich ein ungutes Gefühl als sie das Telegramm öffnete. Beim Lesen der wenigen Worte wurde ihr klar, dass ihr schlimmste Befürchtung eingetreten war: Ihre Tante wurde vermisst.

Reef under construction

Riff im Bau

Last year a considerable amount of my blogposts delt with flowers. 2020 is going to be the year of marine animals big and small.
I will, of course, continue to play with wool. Another technique to let off steam is doodling and making mess on paper. Believe me, it can be relaxing to fling paint about. After one particularly productive session I was left with a small pile of sombre black/blue/green/pink speckled paper and the fundamental question of what to use it for. Make a collage? Draw or paint on it? After some test scribblings I admitted defeat and decided to create my own private coral reef.
Here ist the first popup, still unbound.

The first popup for the planned book "The Reef". | Das erste Popup des geplanten Buches "The Reef".
The first popup for the planned book "The Reef". | Das erste Popup des geplanten Buches "The Reef".
The first popup for the planned book "The Reef". | Das erste Popup des geplanten Buches "The Reef".
The first popup for the planned book "The Reef". | Das erste Popup des geplanten Buches "The Reef".

Riff im Bau

In einer beträchtlichen Anzahl meiner Blogbeiträge des vergangenen Jahres standen Blumen im Mittelpunkt. 2020 werden es große und kleine Meerestiere sein.
Natürlich werde ich weiterhin mit Wolle spielen. Eine andere gute Technik Dampf abzulassen, ist kritzeln und mit Malfarben auf Papier so richtig die Sau rauszulassen. Es kann ausgesprochen entspannend sein mit voll beladenem Pinsel, Zahnbürste und Roller herumzuklecksen, glauben Sie mir. Nach einem außerordentlich produktiven Stündchen hatte ich einen Stapel schwarz/blau/grün/pink gesprenkeltes Papier und mich beschlich die grundlegende Frage: Was tun damit? Eine Collage kleben? Darauf zeichnen oder malen? Nach einigen Versuchen und unbefriedigenden Experimenten gab ich mich geschlagen und beschloss mein eigenes Korallenriff zu bauen.
Hier ist das erste Popup, noch ungebunden.

In the mood for yellow

In gelber Stimmung

Happy New Year!

Looking back, have you ever inadvertently developed a penchant for a specific colour? I seem to have done so. Archiving photos I have taken in 2019 I happend to notice that the colour yellow cropped up more often than usual. Was it pure coincidence, an unconcious decision or due to subject matter? Who knows? Here are a few examples:

In gelber Stimmung

Alles Gute im neuen Jahr!
Ist es Ihnen auch schon passiert, dass Sie zurückblicken und feststellen, unbemerkt eine Vorliebe für eine bestimmte Farbe entwickelt zu haben? Mir scheint das passiert zu sein. Als ich die im Jahr 2019 aufgenommenen Fotos archivierte, fiel mir auf, dass die Farbe Gelb erstaunlich oft auf den Bildern auftaucht. Reiner Zufall, eine unbewusste Entscheidung oder doch nur auf die Bildthematik zurückzuführen? Wer weiß? Hier einige Beispiele:

Still life with decanter and sweets. | Stillleben mit Flasche und Süssigkeiten.
An amber liquid, I don´t remember whether it was juice or herbal tea, went well with delicious sweets. | Eine bernsteinfarbene Flüssigkeit – entweder Saft oder Kräutertee, ich kann mich nicht mehr erinnern –­ macht sich gut mit leckeren Süßigkeiten.
Still life with book and yellow flowers. | Stillleben mit Buch und gelben Blumen.
Dried miniature daffodils and yellow roses accompany a beautiful book of Alfred, Lord Tennison´s poems. | Ein Buch mit Gedichten von Alfred, Lord Tennyson umringt von getrockneten Miniaturmärzenbechern und gelben Rosen.
Two pictures of a plant from the Proteacea family. | Zwei Fotos einer Pflanze aud der Familie der Proteaceen.
When I bought this cut flower, a member of the family Proteaceae, I was more interested in form and structure than in colour. | Zum Kauf dieser Schnittblume aus der Familie der Proteaceen verführten mich Wuchs und Struktur, nicht die Farbe.
White/yellow speckled knitted scarf with yellow and grey stripes. | Weiß-Gelb gesprenkeltes gestricktes Tuch mit gelben und grauen Streifen.
Twice I chose yellow deliberately: I bought cloth with a pattern in yellow and grey on off-white to make a bag. Later in the year I designed and knitted this scarf to match, because I like colour coordinated accessories. | Zweimal wählte ich Gelb ganz bewusst: Um mir eine Tasche zu nähen, habe ich einen Stoff mit einem Muster in Gelb und Grau auf naturweißem Untergrund gekauft. Später im Jahr entwarf und strickte ich dazu ein Tuch, weil ich gerne farbkoordinierte Accesoires trage.

Wave your tentacles, please

Wink´ doch mit deinen Tentakeln

Mirror, mirror on the wall who is the weirdest of them all? In my opinion that would be the Tacca, closely followed by the passionflower. The latter is the more interesting of the two, not least because of its symbolical connotations. Native to South America, the passionflower was discovered in the 16th century and fired the imagination of those who first wrote about it. The different parts of the flower were made to represent the Passion of Christ. The three stigmas were interpreted as the Nails, the five stamens as the five Wounds, the corona filaments as the Crown of Thornes. The corolla became the ten apostles present at the crucifixion, and so on. Illustrators, who never laid eyes on a living plant, depicted the flower accordingly.

In 1619/20 a passionflower flowered for the first time in Europe – not in Spain, as one would expect, but in the Farnese Gardens in Rome, Italy. Today the passionflower, once a coveted exotic, can be found in gardens all over Europe. I once bought a specimen as a houseplant at a local supermarket and to my delight it flowered copiously (until it succumbed to a plant disease). My potted plant never produced edible fruit though.

Wherever I happen to see a passionflower I try to capture its surreal beauty with my camera. Sometimes black and white really is the best.

Wink´ doch mit deinen Tentakeln

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Seltsamste am Blumenstand? Meiner Meinung nach wäre das die Tacca, dicht gefolgt von der Passionsblume, die auch die Interessantere der beiden ist. Schließlich kann sie mit einer schwerwiegenden symbolischen Bedeutung aufwarten. In Südamerika heimisch, wurde die Passionsblume im 16. Jahrhundert entdeckt und beflügelte von Beginn an die Fantasie der Berichterstatter. Die unterschiedlichen Teile der Blüte wurden mit der Passion Christi gleichgesetzt. Die drei Narben interpretierte man als Kreuznägel, die fünf Staubgefäße als die fünf Wunden, die Fäden der Nebenkrone als die Dornenkrone. Die Blätter der Blumenkrone standen für die bei der Kreuzigung anwesenden Apostel, und so weiter. Illustratoren stellten die Pflanze dementsprechend dar, schließlich hatten sie nie ein lebendes Exemplar gesehen.

In Europa blühte eine Passionsblume zum ersten Mal 1619/20 – nicht, wie man annehmen könnte, in Spanien sondern in den Farnesinischen Gärten in Rom. Heute blüht das einst als Exot begehrte Gewächs in vielen europäischen Gärten. Ich habe einmal eine Passionsblume als Zimmerpflanze in einem Supermarkt gekauft und sie blühte zu meiner großen Freude üppig (bis eine Pflanzenkrankheit sie dahinraffte). Meine Topfpflanze trug allerdings nie eßbare Früchte.

Wo und Wann auch immer ich zufällig eine Passionsblume sehe, versuche ich die surreale Schönheit der Blüten mit meiner Kamera festzuhalten. In Schwarz/Weiß sind die Bilder doppelt so ausdrucksstark.

Colour Bliss #5

Colour Bliss #5

It has not snowed in Vienna yet. I remember my excitement as a child when I watched the first snowflakes tumbling slowly from the sky. Waking up to snow-covered streets I was eager to take a walk in the Wienerwald. I loved the sound the fresh powdery snow made under my feet and the stark contrast between dark treetrunks and glittering ice crystals.
Nowadays the joy is gone. Snow means even more time wasted to get to and from work, because icy sidewalks slow me down and public transport is even more fickle than usual.

So, let me celebrate the good times with a wintry colour palette and a story!

Let there be snowy colours and tinsel, it is christmas time after all.

The night was cold and the harness of the horses jingled softly as the coach sped through the silent forrest. Tall trees, their trunks dark with moisture, stood like sentinels along the well kept road. Towards midnight it began to snow. The coachman pulled up the collar of his cloak and sighed resignedly. Oblivious his passengers, wrapped in warm blankets and furs, slept on. When the travellers finally reached the edge of the wood a white wonderland lay before them. Covered with a thin blanket of snow the hills and meadows glittered in the morning sun and a river meandered like a black ribbon through the valley towards the city, which could be seen as a smokewreathed smudge on the horizon. The tired horses pricked their ears at the sight of an inn promising a warm stable and hay.
„Are we there yet?“ asked one of the travellers in a hopeful voice.
„Soon, your grace“, the coachman replied. „Soon“.

Colour Bliss #5

Bis jetzt hat es in Wien noch nicht so richtig geschneit. Ich kann mich noch erinnern, dass ich als Kind vor lauter Vorfreude auf und ab gehüpft bin, sobald die ersten Schneeflocken vom Himmel trudelten. Wenn ich dann in der Früh aufwachte und die Straßen waren schneebedeckt, wollte ich nichts als raus in den Wienerwald. Ich liebte das Knirschen des frisch gefallenen Schnees bei jedem Schritt und den starken Kontrast zwischen dunklen Baumstämmen und glitzernden Eiskristallen.
Heutzutage kommt keine Freude mehr auf. Schnee bedeutet langsameres Vorankommen aufgrund vereister Gehsteige, miserable Verkehrsverbindungen und damit noch mehr verschwendete Zeit für meinen Weg zu und von der Arbeit.

Also lassen Sie mich die guten Zeiten mit einer winterlichen Farbzusammenstellung und einer Geschichte feiern!

Die Nacht war kalt und das Geschirr der Pferde, welche die Kutsche in gestrecktem Galopp durch den stillen Wald zogen, klingelte leise. Entlang der gut instand gehaltenen Straße standen mächtige Bäume, ihre Stämme schwarz vor Feuchtigkeit, wie stumme Wachen. Gegen Mitternacht begann es zu schneien. Resigniert schlug der Kutscher seinen Kragen bis über die Ohren hoch und seufzte. Seine in warme Decken und Pelze gehüllten Passagiere bemerkten von all dem nichts. Als die Reisenden endlich den Waldrand erreichten erstreckte sich vor ihnen ein weißes Wunderland. Hügel und Weiden lagen unter einer dünnen Schneedecke, die in der Morgensonne glitzerte, und durch das Tal schlängelte sich ein Fluss wie ein schwarzes Band in Richtung der Stadt, die als rauchgraue Schliere am Horizont zu erkennen war. Die müden Pferde spitzten ihre Ohren als sie vor sich einen Gasthof erblickten, der einen warmen Stall und Heu versprach.
„Sind wir schon da?“, fragte einer der Reisenden voller Hoffnung.
„Bald, Eure Durchlaucht“, antwortete der Kutscher. „Bald“.

A rose is a rose, isn´t it?

Eine Rose ist eine Rose, oder doch nicht?

In my second series of paintings I wanted to create a lighter mood. Thanks to the infinite variety of roses I was able to find flowers whose petals seemed to twist and turn rather randomly. Seen close up they almost look like the contents of a potpourri bowl or a carpet of strewn petals. The gorgeous painting „The roses of Heliogabal“ by Lawrence Alma Tadema also comes to mind.

In comparison with the darker paintings I wrote about last week the impression I tried to convey in the white series is softer, less vigorous and slightly boring. The gaze of the viewer is not guided to a specific point, but invited to roam freely. The composition has no obvious center and the chosen hues evoke tranquility and airiness. The pictures would be a good match for the nordic style of interior decoration, don´t you think?

A shower of petals. Three portraits of roses, acrylic on canvas. | Blütenblätter rieseln herab. Drei Porträts von Rosen, Acryl auf Leinwand.

Eine Rose ist eine Rose, oder doch nicht?

In der zweiten Serie von Rosenporträts wollte ich eine heitere, beschwingte Stimmung erzielen. Glücklicherweise konnte ich Rosen finden, deren Blütenblätter sich recht willkürlich krümmen – der großen Vielfalt an Rosensorten sei Dank. Aus der Nähe betrachtet wirken die Blüten fast wie der Inhalt einer Potpourri-Schüssel oder als hätte jemand einen Teppich aus Rosenblättern gestreut. Irgendwie fühle ich mich auch an das großartige Gemälde „Die Rosen des Heliogabal“ von Lawrence Alma Tadema erinnert.

Im Gegensatz zu den dunklen Bildern, über die ich letzte Woche geschrieben habe, versuchte ich in der weißen Serie eine sanfte, ausgeglichene und ein bisschen langweilige Stimmung zu vermitteln. Der Blick des Betrachters kann frei und richtungslos über die Bilder gleiten, er wird nicht auf einem bestimmten Punkt gelenkt. Die Anordnung der Blütenblätter hat eigentlich keine betonte Mitte und die Farbigkeit beschwört Ruhe und Luftigkeit. Finden Sie nicht auch, dass die Bilder gut zum nordischen Einrichtungsstil passen würden?

Embracing the dark season

Annäherung an die dunkle Jahreszeit

When the days are bleak and winter storms howl, colours are subdued, neutral and joyless. Gone are the vibrant hues of autumn. The countryside has become still and stark. In the cities Christmas markets add a touch of colour and light to the ubiquitous greyness (and a plethora of negative side effects for those seeking tranquility). I admit to hanker after sunshine, colour and warmth, yet I decided to go with the flow and devote December to all things black and White.

Renouncing colour usually focuses my attention on texture, shape, composition and character. It triggers a different emotional response too. Take my set of three paintings of roses, seen close up, for example.

Sublime beauties. Three portraits of roses, acrylic on canvas. | Erhabene Schönheiten. Drei Porträts von Rosen, Acryl auf Leinwand.

I chose the darker spectrum of grey to stress the dramatic flair of the chosen specimens. Concentrating on the center of the flower, I attempted to capture the dynamic twists of the petals suggesting movement. The composition draws the eye to a point in the middle of the canvas and one wonders what secrets lie beneath the swirling, seething mass of petals.

Annäherung an die dunkle Jahreszeit

Stumpf, neutral und freudlos sind die Farben an trüben Wintertagen, wenn der Nebel wabert und die Winterstürme toben. Längst gehören die lebhaften Farbtöne des Herbstes der Vergangenheit an. Still und trostlos zeigt sich das weite Land. Im allgegenwärtigen Grau der Städte sorgen Weihnachtsmärkte für Farbtupfer und Lichterglanz (und haben für die nach Beschaulichkeit Suchenden eine Vielzahl negativer Nebeneffekte). Zugegeben, ich lechze nach Sonnenschein, satten Farben und Wärme. Dennoch habe ich beschlossen, mich der Jahreszeit hinzugeben und im Dezember dem dezenten Schwarz und Weiß zu fröhnen.

Für gewöhnlich konzentriert der Verzicht auf Farbe meine Aufmerksamkeit auf Oberflächenbeschaffenheit, Form, Komposition und Charakter. Auch auf der Gefühlsebene spricht Schwarz/Weiß mich anders an. Ihrer natürlichen Farbigkeit beraubt, wirken Detailansichten von Rosen doch viel ausdrucksstärker – und so gar nicht lieblich.

Farblich habe ich mich bei den drei Bildern auf dunkle Grautöne beschränkt, um den dramatischen Flair der ausgewählten Exemplare zu betonen. Die dynamisch gebogenen Blütenblätter um das Herz der Rose täuschen Bewegung vor und lenken den Blick auf einen Punkt in der Mitte der Leinwand. Verbirgt sich unter den vielen wirbelnden Blütenblättern vielleicht mehr als Staubgefäße und Stempel?

A handful of ducks

Eine Handvoll Enten

Are you bored yet? I promise, this is the final blog about „Ab in den Teich“.

Last, but not least, I designed and cut a jet of water shooting up from the center of the pop-up book. Ducks, twelve to be precise, make a beeline for it from all directions of the compass. I should have let them face outwards, to an imaginary rim of the pond, because that is where they are usually headed. In real life, as soon as the ducks spot a potential source of food – that is a human, who might be willing to share a piece of bread – they home in on their target and approach from all quarters. On my last visit I forgot to bring bread and I am sure you can imagine the indignant quacking, when the ducks expectations were not met. But I digress.

At last it was time to assemble the different parts of „Ab in den Teich“ and a new book was born. In my humble opinion it is truly amazing what can be accomplished with a sheet of paper, a reused page of an old book, glue and a scalpel.

The pop-up book "Ab in den Teich". | Das fertige Pop-up Buch "Ab in den Teich".
Four pop-ups, one for each pond in Türkenschanzpark, a jet of water and lots of ducks: The finished pop-up book „Ab in den Teich“. | Vier Pop-ups, für jeden Teich im Türkenschanzpark eines, eine Fontäne und jede Menge Enten: Das fertige Pop-up Buch „Ab in den Teich“.
The pop-up book "Ab in den Teich". | Das fertige Pop-up Buch "Ab in den Teich".
The pop-up book "Ab in den Teich". | Das fertige Pop-up Buch "Ab in den Teich".
The pop-up book "Ab in den Teich". | Das fertige Pop-up Buch "Ab in den Teich".
Folded, Ab in den Teich“ is rather small (10,5 cm x 9/16 cm x 3 cm). | Zusammengefaltet ist „Ab in den Teich“ recht klein (10,5 cm x 9/16 cm x 3 cm).

Eine Handvoll Enten

Sind Sie schon gelangweilt? Das ist der letzte Blog über „Ab in den Teich“, versprochen.

Zu guter Letzt entwarf und schnitt ich einen Wasserstrahl, der von der Mitte des Pop-up Buches in den Himmel sprudelt. Aus allen Richtungen strömen Enten, um genau zu sein zwölf, herbei. Eigentlich sollten sie in die andere Richtung blicken, zur (nur in der Vorstellung existierenden) Einfassung des Teiches – dorthin sind die Enten nämlich normalerweise unterwegs. Im wirklichen Leben eilen die hübschen Wasservögel von überall am Teich zielstrebig herbei, sobald sie eine mögliche Futterquelle erkennen, also einen Menschen der vielleicht bereit ist, Brot mit ihnen zu teilen. Bei meinem letzten Besuch hatte ich vergessen Brot mitzubringen und Sie können sich sicher das beleidigte Gequake der in ihren Erwartungen enttäuschten Enten vorstellen. Aber ich schweife ab.

Endlich war es an der Zeit, die einzelnen Teile von „Ab in den Teich“ zusammenzukleben und schon war ein neues Buch geboren. Ich bin immer wieder erstaunt, was man aus einem Blatt Papier, einer Seite eines alten Buches, Klebstoff und einem Scalpell so alles machen kann.

Dance of two goldfish

Tanz zweier Goldfische

The fourth segment of „Ab in den Teich“ is pure fiction. I have never seen goldfish in one of Türkenschanzpark´s ponds. That doesn´t necessarily mean there aren´t any. Perhaps a small shoal hides in the depths somewhere near one of the tiny ornamental islands. However, putting two exotic goldfish, likely from Japan, amid a jungle of aquatic plants is a flight of fancy, a play with „what if“, a story waiting to be told. No wonder this pop-up is my favourite. So:

Once upon a time a Japanese girl came to Vienna to learn to play the violin. She lived all alone in a draughty garret, where she practiced till her fingers bled. One day two drops of blood fell into a cup of tea standing on the table in front of her. When the girl turned her gaze from the sheet music to the cup she saw two tiny goldfish stirring the tealeaves in a joyfull dance. The years passed and her golden scaled friends kept her company. When war came the Japanese girl, now a young woman, knew she had to leave the city in order to survive. With a heavy heart she realized there was no way to take her fish on the long arduous journey home. On a beautiful summer evening she wrapped the fishbowl in a cloth and walked to Türkenschanzpark. Saying farewell, she tipped the bowl into the water of the largest pond and set the magical creatures free. Who knows whether they still move in a silent dance in the dark depths of the still water.

"Ab in den Teich": The fourth pop-up. | "Ab in den Teich": Das vierte Pop-up.
The fourth pop-up: Where are you? Come and dance with me! | Das vierte Pop-up: Wo bist du? Komm und tanz mit mir.
"Ab in den Teich": The fourth pop-up. | "Ab in den Teich": Das vierte Pop-up.
"Ab in den Teich": The fourth pop-up. | "Ab in den Teich": Das vierte Pop-up.

Tanz zweier Goldfische

Das vierte Segment von „Ab in den Teich“ ist reine Erfindung. Noch nie habe ich Goldfische in einem der Teiche des Türkenschanzparks gesehen. Das heißt nicht unbedingt, dass es sie nicht gibt. Vielleicht versteckt sich ja ein kleiner Schwarm im tieferen Wasser nahe einer der winzigen ornamentalen Inseln. Wie auch immer – zwei exotische, wahrscheinlich aus Japan stammende, Goldfische in einem Wasserpflanzendschungel zu verstecken ist pure Fantasie, ein Spiel mit „was wäre, wenn“, eine Geschichte, die darauf wartet, erzählt zu werden. Dass dieses Pop-up mein Favorit ist, wundert daher nicht weiter. Also:

Vor langer Zeit kam ein Mädchen aus Japan nach Wien, um das Geigenspiel zu erlernen. Sie lebte einsam in einer zugigen Dachstube, in der sie übte, bis ihre Finger bluteten. Eines Tages fielen zwei Tropfen ihres Blutes in eine Tasse Tee, die vor ihr auf einem Tisch stand. Als schließlich der Blick des Mädchens von den Noten zur Tasse glitt, sah sie zwei winzige Goldfische in einem freudvollen Tanz die Teeblätter aufwirbeln. Die Jahre vergingen und ihre goldgeschuppten Freunde leisteten ihr Gesellschaft. Als der Krieg kam, wusste das japanische Mädchen, nun eine junge Frau, dass sie die Stadt verlassen musste, um zu überleben. Schweren Herzens erkannte sie, wie unmöglich es wäre, ihre Fische auf die lange Heimreise mitzunehmen. Also wickelte sie an einem schönen Sommertag das Goldfischglas in ein Tuch und ging in den Türkenschanzpark. Abschied nehmend, kippte sie das Glas vorsichtig in das Wasser des größten Teiches und setzte die magischen Geschöpfe frei. Wer weiß, vielleicht tanzen sie noch immer lautlos in den Tiefen des stillen Wassers.