Bonkers about conkers

Verrückt nach Rosskastanien

Conkers are catnip to me. I can´t resist them. They are so beautiful and enticing, I have to pick some up whenever I pass a horse chestnut tree in September.

Horse chestnut bearing fruit. Fallen concers. | Rosskastanienbaum mit Früchten. Herabgefallene Rosskastanien.
My favourite tree, the horse chestnut, bears lovely fruit. | Die Rosskastanie, mein Lieblingsbaum, trägt schöne Früchte.

My love for the attractive fruit harks back to my early childhood. We were poor and I did not own many toys. But September always was a feast. With the help of toothpicks and string conkers and acorns turned into animals. There were fat dogs, hedgehogs, mice and countless horses on wobbly legs. Herds of them happily galloped across the floor or grazed peacefully on a bookshelf. Later I supplemented my meager pocket money by gathering horse chestnuts and selling them to a huntsmen, who bought them by the kilo as food for deer. As I grew older I learned to appreciate the beauty of the nut-like seeds.

I am not a big fan of the colour brown, but the smooth glossy skin of a conker is fascinating to behold. Look closely and you notice subtle patterns that bring to mind the grain of polished wood or watered silk. Like size, shape and colouring, the markings of each fruit are unique. Alas, once out of the prickly shell their beauty fades quickly – so I took a picture.

Still life with concers and toy-horse on an open biology-book. | Stillleben mit Rosskastanien, Spielzeugpferd auf altem Biologiebuch.
A horse in a hurry and horse chestnuts I gathered on my way to the Wienerwald. | Ein eiliges Pferd und Rosskastanien, die ich auf dem Weg in den Wienerwald aufgelesen habe.

Verrückt nach Rosskastanien

Rosskastanien sind Katzenminze für mich. Ich kann ihnen nicht widerstehen. Sie sind so verlockend schön, dass ich immer einige aufheben muss, wenn ich im September an einem Rosskastanienbaum vorbeigehe.

Ich liebe die attraktiven Früchte seit meiner frühen Kindheit. Wir waren arm und ich besass nicht viel Spielzeug. Aber der September war jedes Jahr ein Fest. Rosskastanien und Eicheln verwandelten sich mithilfe von Zahnstochern und Schnur in Tiere. Sie wurden zu dicken Hunden, Igeln, Mäusen und zahllosen Pferden auf wackeligen Beinchen. Ganze Herden von ihnen galloppierten über den Fußboden oder grasten friedlich im Bücherregal. Später ging ich Rosskastanien sammeln, um mein mageres Taschengeld aufzubessern, denn ein Jäger in der Nachbarschaft kaufte sie kiloweise als Futter für sein Wild. Als ich älter wurde, lernte ich auch die Schönheit der nussartigen Samen schätzen.

Ich bin ja kein großer Fan der Farbe braun, aber die seidig-glatte, glänzende Oberfläche der Rosskastanien ist wirklich faszinierend. Wenn man genau hinsieht, entdeckt man subtile Muster, die an die Maserung von poliertem Holz oder Moiré-Seide erinnern. Das Muster auf jeder Frucht ist einzigartig, genau wie ihre Größe, Form und Farbschattierungen. Leider vergeht ihre Schönheit schnell, wenn sie sich ihrer stacheligen Schale entledigt haben – also schoss ich schnell ein Foto.

Canine family members

Familienmitglieder auf vier Pfoten

Diamonds may be a girls best friend, but as companions dogs are matchless. My friend Sigrid would agree. So it is not surprising that we squeal with delight whenever we happen to find vintage portraits of women and their four-legged friends. Sometimes a beloved pet even merited a picture of its own. Always the personality of the dog is apparent. Some are relaxed and snuggle up to their owners. Others are clearly interested in the photographer, whom they eyeball with a perky tilt of the head. And then there are those, who take everything mit equanimity.

What were these dogs thinking of, one wonders – other than „bone, want a bone“, of course.

One of our favourites is this proud mother, who deserves her own collage in the series „A different life“. Raising four greedy puppies must have been exhausting!

Did she rue her short liaison with Ralph, the innkeeper´s dog? At least her owners were happy and named an improvised bar after her. | Bereute sie manchmal ihr kurzes Verhältnis mit dem Hund des Wirten? Zumindest ihre Besitzer freuten sich, benannten sie doch eine improvisierte Bar nach ihr.

Familienmitglieder auf vier Pfoten

Diamanten mögen der beste Freund eines Mädchens sein, als treue Begleiter sind allerdings Hunde unübertroffen. Meine Freundin Sigrid würde zustimmen. Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass wir erfreut aufquietschen, wann immer wir zufällig ein historisches Porträt einer Frau mit ihrem vierbeinigen Freund finden. Manchmal wurden die geliebten Haustiere sogar auf einem eigenen Foto für die Ewigkeit festgehalten. Die Persönlichkeit des Hundes ist auf jedem dieser Bilder leicht ersichtlich. Manche sind ganz entspannt und schmiegen sich an ihre Besitzerin. Andere sind mehr am Fotografen interessiert und beäugen ihn aufmerksam mit schräg gelegtem Kopf. Und dann gibt es die ganz Gelassenen, die alles mit Gleichmut über sich ergehen lassen.

Was dachten sich diese Hunde, fragt man sich – natürlich abgesehen von „Knochen, will einen Knochen“.

Obenstehende stolze Mutter ist eine unserer Favoritinnen, die ihre eigene Collage in der Serie „A different life“ verdient. Vier gierige Welpen aufzuziehen muss anstrengend gewesen sein!

Nature´s bounty

Die Freigebigkeit der Natur

Autumn is knocking on the door, the days are getting shorter and the first berries are turning red. The Wienerwald has much to offer at this time of the year and I regularly feel the urge to commune with nature. So last weekend I decided to go botanizing. I have always loved to gather nuts, seeds, berries and flowers. Looking at plants and animals stimulates my creativity.

To be honest, there is another reason why I enjoy the hunt for beautiful/interesting objects. Some form of enticement, a sense of purpose is nessecary to make me go for a walk. That is why I always take a camera with me wherever I go. Taking pictures is fun and helps me to become more aware of my surroundings. Collecting things – from snail shells to pine cones – is also a great activity to sharpen my eyes and learn something new. Observation may take time, but it is immensely rewarding.

I brought quite a lot of treasure home from my walk.

Large plate with pieces of bark, seeds and leaves. | Großer Teller mit Rindenstücken, Samen und Blättern.
Oh glorious nature! | Hält die Natur nicht großartige Dinge für uns bereit!

The objects I found are a good starting point for arranging still lifes. Can you spot some of the ingredients in the picture above in this symphony in brown:

Still life in shades of brown. | Stilleben in Brauntönen.
Beechnuts, a piece of bark shed by a plane tree and a mysterious key presented on an old book. | Bucheckern, ein Stück Rinde aufgelesen unter einer Platane und ein schnörkeliger Schlüssel auf einem alten Buch.

Die Freigebigkeit der Natur

Der Herbst steht vor der Tür, die Tage werden kürzer und die ersten Beeren beginnen sich rot zu färben. Der Wienerwald hat derzeit einiges zu bieten und ich ertappe mich regelmäßig dabei, mit der Natur Zwiesprache halten zu wollen. Also entschied ich mich am vergangenen Wochenende botanisieren zu gehen. Es hat mir schon immer Spaß gemacht Nüsse, Beeren, Samen und Blumen zu sammeln. Das Betrachten von Pflanzen und Tieren fördert meine Kreativität.

Um ehrlich zu sein, es gibt noch einen Grund warum ich die Jagd nach schönen/interessanten Dingen genieße. Ich brauche eine Verlockung, eine Aufgabe, damit ich mich zu einem Spaziergang aufraffe. Deshalb schleppe ich auch immer eine kleine Kamera mit mir herum. Fotografieren macht Spaß und es hilft mir, zu entschleunigen und meine Umgebung bewusster wahrzunehmen. Das Sammeln von Dingen – egal ob Schneckenhaus oder Tannenzapfen – ist auch eine großartige Beschäftigung, um den Blick zu schärfen und Neues zu lernen. Es kostet zwar viel Zeit genau hinzusehen, aber es zahlt sich aus.

Ich habe von meinem Spaziergang Schätze nach Hause gebracht. Die gefundenen Objekte sind eine perfekte Materialsammlung für die Gestaltung von Stillleben. Entdecken Sie einige Ingredienzien der Symphonie in Braun auf dem Teller?

The Egg Thief

Der Eierdieb

Fleamarket finds offer so much fun! I love old illustrated books, not least because they are full of figures of objects no longer in use and amusing pictures of evocative scenes.

Publications targeted at women and their families, like Die Gartenlaube or Schorrer´s Familienblatt, are a treasure trove of absurdities. Take, for example, the picture of a fecund hen and her chicks receiving a visit of friends. Readers obviously liked sentimental stuff of this kind, how else could one explain the caption „Besuch für die Wöchnerin“ (visitit to a woman in childbed)?

And look what beastly me did: I tore out the page and placed hard boild eggs in front of the silly illustration! Four eggs left unfertilized, laid only to be snatched away and cooked to perfection. No cute chicks will ever burst forth from their shell. Life can be cruel – still lifes can be just as well.

Still life with eggs, bread, and coffe mug. | Stillleben mit Eiern, Brot und Kaffeehäferl.
Breakfast of an egg thief. | Frühstück eines Eierdiebs.

Der Eierdieb

Mit Flohmarktfunden kann man so viel Spaß haben! Ich liebe alte illustrierte Bücher, unter anderem wegen der Abbildungen von längst nicht mehr in Gebrauch stehenden Gegenständen und amüsanten Genreszenen.

Publikationen wie Die Gartenlaube oder Schorrer´s Familienblatt, deren Zielpublikum Frauen und ihre Familien waren, sind ein wahres Schatzkästlein der Absurditäten. Nehmen Sie zum Beispiel das Bild einer fruchtbaren Henne und ihrer Küken, die Besuch von Freundinnen erhält. LeserInnen gefiel derartiges sentimentales Zeug offenbar, wie ließe sich sonst die Bildunterschrift „Besuch für die Wöchnerin“ erklären?

Ich Biest habe prompt die Seite herausgerissen und hart gekochte Eier vor die dümmliche Illustration gestellt. Ein Stillleben mit vier unbefruchteten Eiern, die nur gelegt wurden, um entwendet und perfekt gekocht zu werden. Nie werden niedliche Kücken aus den Eierschalen hervorbrechen. Das Leben kann grausam sein – Stillleben ebenso.

Rapture of the deep

Tiefenrausch

My love for the sea goes back a long time. However, I cannot fathom what possessed me to write a nightmarish story about a dive going terribly wrong. As the boat slowly descends the panic of the person supposed to gather data about deep-sea creatures mounts and finally escalates.

A file is such an intangible, unattraktive thing, so I made a book – as was to be expected. To capture the feeling of claustrophobia and growing anxiety font size dwindles to nothing and the lines get blurrier with each page. Finally the text becomes unreadable. Behind six closed portholes fish lurk. Pull a tab and you find yourself face to face with weird creatures flaunting long teeth, bulging eyes and glowing appendages. Who is the scariest of them all?

The dust-jacket of the book "Tiefenrausch". | Der Schutzumschlag des Buches "Tiefenrausch".
Glowing plankton? No, glittering nail varnish used inappropriately. | Leuchtendes Plankton? Nein, zweckentfremdet verwendeter Glitzer-Nagellack.
The cover of the book "Tiefenrausch". | Das Cover des Buches "Tiefenrausch".
Blue and blurry: the cover. | Blau und verschwommen: die Titelseite.
A page with text and opposite a paper-engineered mechanism. | Eine Textseite und eine Seite mit Papiermechanismus.
Marooned in a tiny capsule: cramped confines, no view and no way out. | Alleingelassen in einer winzigen Kapsel: Beengter Raum ohne Aussicht und keine Möglichkeit zu entkommen.
When a tab is pulled the picture of a fish is revealed. | Das Bild eines Fisches kommt zum Vorschein, wenn an einer Lasche gezogen wird.
A simple woven dissolve mechanismn: pull a tab and all will be revealed. | Ein einfaches Fensterbild: an der Lasche ziehen und es gibt etwas zu sehen.
A further two pages of the book. | Noch zwei Seiten des Buches.
Peekaboo. | Guck-guck.

Tiefenrausch

Ich liebe das Meer schon seit langem. Was mich bewog, eine beklemmende Geschichte über einen katastrophal endenden Tauchgang zu schreiben, ist mir allerdings bis heute ein Rätsel. Während das Tauchboot langsam tiefer sinkt, steigt die Panik der Person, die Daten über die Lebewesen der Tiefsee sammeln soll, um schließlich zu eskalieren.

Eine Datei ist so nichtssagend unattraktiv, also habe ich – wie zu erwarten – ein Buch angefertigt. Seite für Seite schrumpft die Schriftgröße auf ein Nichts und die Zeilen werden immer verschwommener, um ein klaustrophobisches Gefühl und Beklemmung zu visualisieren. Hinter sechs Bullaugen lauern Fische. Wenn man eine Lasche zieht, findet man sich plötzlich von Angesicht zu Angesicht mit seltsamen Wesen, die stolz lange Zähne, Glubschaugen und leuchtende Fortsätze präsentieren. Wer ist am Furchterregendsten?

The emotional cost of forced marches

Der emotionale Reibungsverlust bei Gewaltmärschen

It is hot, the hottest day of the month so far. I have just returned home from my place of work drenched in sweat and I am knackered. Due to coronavirus I refrain from using public transport. Instead I walk, bemoaning the loss of valuable time. For today that meant two joyless 80-minute walks, one in the morning and one in the late afternoon, carrying a heavy rucksack with food/drink, first aid kit, masks, hand-desinfectant etc. plus my beloved crossbody bag. These days, trudging along I regularly feel like an overburdened donkey, without the benefit of four legs. All work and no play, the promised carrot a figment of my imagination.
Tired and emotionally numb I stare at pictures of water on yet another screen, willing my mind to imagine a cool breeze.

Der emotionale Reibungsverlust bei Gewaltmärschen

Es ist heiß, am bisher heissesten Tag des Monats. Gerade schweißgebadet von der Arbeit nach Hause gekommen, bin ich fix und fertig. Ich meide in der Coronakrise öffentliche Verkehrsmittel. Stattdessen gehe ich zu Fuß und trauere der verlorenen wertvollen Zeit nach. Für heute bedeutete dies zwei achtzigminütige Fußwege, einer Frühmorgens und einer am späten Nachmittag, schwer beladen mit einem Rucksack für Essen/Trinken, kleiner Apotheke, Masken, Handdesinfektionsgel etc. und meiner geliebten Handtasche. Wenn ich so in einem Affenzahn von A nach B renne, fühle ich mich wie ein Esel, bloss leider nicht mit dem Vorteil von vier Beinen gesegnet. Nur Arbeit, aber keinen Spaß, immer die versprochene Karotte als imaginierter Schemen vor Augen.
Müde und ausgebrannt starre ich auf Bilder von Wasser, wieder auf einem Bildschirm, und versuche mir das Gefühl einer kühlen Brise einzureden.

Surprise Salad

Überraschungssalat

Greens are purportedly good for you, so occasionally I indulge. Radicchio, however, is a challenge. To be honest I only buy it because I like the colour. The making of a salad was in full swing when it occured to me that the bitter purple leaves are a perfect match for pink and the wonderfully mottled cover of an old tome of Schorers Familienblatt (1883).
Salad be damned, I felt like arranging an impromptu still life. A healthy lunch is overrated.

Take two leaves of radicchio and two dried pink ranuncula. Add a little lace left from a torn ballgown and a tiny portrait of a woman. Garnish with a garish postcard. Serve on an edifying tome. | Man nehme zwei Radicchioblätter und zwei pinkfarbene getrocknete Ranunkeln. Füge eine Prise Spitze von einem zerrissenen Ballkleid und ein Miniaturporträt einer Frau hinzu. Garniere es mit einer grellen Postkarte. Auf einem erbaulichen Buch servieren.

Überraschungssalat

Grünzeug soll ja bekanntlich gesund sein, also gönne ich es mir gelegentlich. Radicchio ist allerdings eine Herausforderung. Ehrlich gesagt kaufe ich ihn nur wegen seiner schönen Farbe. Ich war also schwungvoll dabei einen Salat zuzubereiten, als mir der Gedanke kam, dass die bitteren purpurnen Blätter ausgezeichnet zu Pink und dem wunderbar gesprenkelten Einband von Schorers Familienblatt (1883) passten.
Zum Teufel mit dem Salat! Ich hatte Lust ein spontanes Stillleben zu arrangieren. Ein gesundes Mittagessen wird überschätzt.

The rich misanthrope

Die reiche Menschenfeindin

The ongoing corona-crisis makes me cranky and I am afraid it affects my storytelling …

Madame Y lolls on her sofa sipping from a glass of champagne. Shopping was so exhausting, but she simply could not do without the latest fashions and those earrings just begged to be bought. After all one was worth it. She eyes her purchases lovingly. Daddy had done so well at the stock market and he was a brilliant advisor when it came to investments. Her penthouse in the city had trebled its worth in the past ten years. She was certain her recently acquired mansion in the country would do just as well, if only she could get rid of the squatters at the foot of the hill. Their squalid lodgings spoiled her view. The poor were such a nuisance.

A discreet cough of her butler interrupts her musings.
„There is a mob at the gates, madame.“
„Then tell them to go away.“
„They have pitchforks and cudgels.“
„What do they want?“
„Food, medical aid and shelter for the night, I believe, madame.“
„The insolence! Get my car ready, I will spend the evening in town. Bugsy has promised me a free ticket for her new show.“

The butler leaves the room, only to return within minutes.
„The car does not start, madame.“
„Has the incompetent idiot of a chauffeur been tinkering with the engine again? How am I supposed to get to the theater now?“
„There is no need to worry, madame. Everything has been taken care of, you will be able to leave shortly …“
Madame Y puts down her glass and rises unsteadily to her feet.
„Why is the room spinning?“ She sinks to her knees, clutches her throat and topples over.
„… and permanently,“ finishes the butler and lights a match.

The sixth collage in the series „A different life“. | Die sechste Collage in der Serie „A different life“.

Die reiche Menschenfeindin

Die fortdauernde Coronakrise stimmt mich übellaunig und ich fürchte, dieser unerfreuliche Gemütszustand verlässt mich auch nicht, wenn ich eine Geschichte erzähle …

An ihrem Glas Champagner nippend rekelt sich Madame Y auf ihrem Sofa. Einkaufen ist so anstrengend, aber sie musste einfach die neueste Mode haben und diese Ohrringe schrien geradezu danach gekauft zu werden. Schließlich war man sich das doch wert! Liebevoll gleitet ihr Blick über ihre Einkäufe. Papa hatte so wunderbare Gewinne an der Börse gemacht und wenn es um Investitionen ging, war er unübertroffen. Der Wert ihres Penthauses in der Stadt hatte sich in zehn Jahren verdreifacht. Sie war sich sicher ihr Herrenhaus am Land würde seinen Wert ebenso steigern, wenn sie nur die Wildsiedler am Fuß des Hügels loswerden würde. Sie verdarben ihre Aussicht. Die Armen waren solch ein lästiges Ärgernis.

Ein diskretes Hüsteln ihres Dieners unterbricht ihre Gedanken.
„Gnädige Frau, am Eingangstor hat sich Pöbel zusammengerottet.“
„Dann sagen Sie ihnen, sie sollen verschwinden.“
„Sie sind mit Heugabeln und Knüppeln bewaffnet.“
„Was wollen sie denn?“
„Essen, medizinische Hilfe und eine Unterkunft für die Nacht, glaube ich, gnädige Frau.“
„Was für eine Unverschämtheit! Lassen Sie den Wagen vorfahren, ich werde den Abend in der Stadt verbringen. Bugsy hat mir eine Eintrittskarte für ihre neue Show versprochen.“

Der Diener verlässt den Raum, kehrt aber schon nach wenigen Minuten wieder zurück.
„Der Wagen springt nicht an, gnädige Frau.“
„Hat dieser Trottel von Chauffeur wieder am Motor herumgeschraubt? Wie soll ich jetzt ins Theater kommen?“
„Gnädige Frau, es besteht kein Grund zur Sorge. Wir kümmern uns um alles, sie werden in Kürze aufbrechen können …“
Madame Y stellt ihr Glas ab und erhebt sich schwankend.
„Warum dreht sich das Zimmer?“ Sie sinkt auf ihre Knie, greift sich an den Hals und kippt vornüber.
… und nicht mehr wiederkehren,“ beendet der Diener seinen Satz und entzündet ein Streichholz.

The joy of natural materials

Naturmaterialien, immer ein Genuss

It seems to be a good year for roses, they are flowering in abundance and are particularly beautiful to boot. When I chose this still life for the blog it was not the roses that got me thinking though. The spools (hand-me-downs from my mother and fleamarket finds) caught my attention.

Lately I have seen a lot of pictures documenting the appalling amount of plastic on beaches and in the sea. To be frank, I was shocked. So many things are ­made of plastic these days – quite needlessly! There are other materials available that have proven their usefullness in the past. Look at this picture for example. Thread does not have to be wound onto plastic spools, paper or wood do the job just as well and are far more pleasing to touch. They look nicer, too. The same goes for toys. Admit it, the little wooden dog is charming. Made of plastic it would just look tacky.

Plastic has its uses and advantages, of course. Sometimes it cannot be avoided or improves a product. It is not a „bad“ material per se. But in many cases we could do without plastic. Unfortunately it is not the consumer who decides what materials are used for certain products or parts thereof, but industries geared to maximize gain for a priviledged few. Not buying things made of plastic is simply not an option for most of us, for various reasons from affordability to availability. But we can choose what we buy carefully, source alternatives and above all collect, recycle and dispose of garbage responsibly. And, please, do not leave rubbish in public places, others would like to enjoy the unspoiled beauty of beaches, parks etc. too.

Naturmaterialien, immer ein Genuss

Es scheint ein gutes Jahr für Rosen zu sein, sie blühen überaus üppig und sind dabei auch noch besonders schön. Es waren jedoch nicht die Rosen, die mich bei der Auswahl dieses Stilllebens für den Blog nachdenklich stimmten. Meine Aufmerksamkeit wurde von den Garnspulen (teils aus dem Fundus meiner Mutter, teils Flohmarktfunde) gefesselt.

Ich habe in letzter Zeit viele Bilder gesehen, die erschreckende Mengen von Plastikmüll auf Stränden und im Meer zeigen. Ehrlich gesagt, ich war schockiert. Es werden heutzutage so viele Dinge aus Plastik hergestellt, ohne dass dafür eine Notwendigkeit bestünde. Es gibt andere Materialien, die ihre Nützlichkeit in der Vergangenheit bewiesen haben. Werfen Sie einen Blick auf das Bild. Faden muss nicht auf Plastikspulen gewickelt sein, Papier oder Holz erfüllen die Aufgabe genauso gut und fühlen sich viel besser an. Sie sehen auch hübscher aus. Dasselbe gilt für Spielzeug. Geben Sie zu, der charmante kleine Hund ist niedlich. Wäre er – womöglich aus buntem – Plastik, würde er eher billig und geschmacklos wirken.

Natürlich hat Plastik seine Vorteile und kann überaus nützlich sein. Manchmal lässt sich seine Verwendung nicht vermeiden, ein andermal verbessert es ein Produkt. Plastik an sich ist kein „schlechtes“ Material. Aber in vielen Fällen ginge es auch ohne. Leider entscheiden nicht die KonsummentInnen welches Material für einen Gegenstand oder einen Teil davon zum Einsatz kommt sondern Unternehmen, die bestrebt sind den maximalen Gewinn für eine kleine Zahl an Privilegierten herauszuholen. Der Erwerb von Dingen aus Plastik ist für die meisten von uns aus den unterschiedlichsten Gründen, von der Leistbarkeit bis zur Verfügbarkeit, kaum zu vermeiden. Doch wir können mit Bedacht entscheiden, was wir kaufen, nach Alternativen suchen, vor allem aber sammeln, recyceln und verantwortungsvoll mit Abfall umgehen. Also lassen Sie bitte nicht Ihren Müll an öffentlichen Orten zurück, auch andere Menschen möchten die unverdorbene Schönheit von Stränden, Parks etc. genießen.