Tiny Bouquet No. 3

Sträußchen Nr. 3

A tiny chinese cup (just 2,5 cm high) for a tiny bouquet inspired by Ikebana. I like the way the burdock echos the beard of the dragon.

Ein winziges chinesisches Schälchen (nur 2,5 cm hoch) mit einem von Ikebana inspirierten Sträußchen. Ich finde es putzig, wie die Klette den Bart des Drachens zu imitieren scheint.

Tiny Bouquet No. 3 | Sträußchen Nr. 3: Große Klette (Arctium lappa), Storchschnabel (Geranium molle).

Tiny Bouquet No. 2

Sträußchen Nr. 2

Sunshine in a perfume bottle to brighten the start of the week. The vintage wooden figure, a lovely souvenier I bought in Utrecht years ago, is just 4,5 cm high.

Sonnenschein in einem Parfumfläschchen, um den Wochenbeginn ein wenig aufzuhellen. Die nur 4,5 cm hohe hölzerne Figur ist ein Vintage-Souvenier, vor vielen Jahren in Utrecht gekauft.

Tiny Bouquet No. 2 | Sträußchen Nr. 2: Ackergänsedistel (Sonchus arvensis), Klatschmohn (Papaver rhoeas), Gemeine Waldrebe (Clematis vitalba).

Betrayed

Betrogen

It is hot. Sweat is dripping from the tip of my nose and I am dreaming of the sea.

Picture of the ocean. | Foto von Meereswellen, ein Vogel am Horizont.

Instead of taking a trip to foreign shores I will fill a footbath with cold water and tell you a story.

Every shelf in the strongroom was crammed with gem-encrusted chalices, bowls filled with pearls and intricate renaissance jewellry, chests heavy with spanish doubloons and other treasure that had sunk to the bottom of the sea with the ships lured by her ancestors into treacherous waters. She had made her husband not only rich but famous as an important collector. And yet he withheld the one thing she really coveted, the one thing she had been willing to give up her freedom for. An education.

Her people needed her to find a way to save their dying habitat. Selkies didn´t eat much, but food was getting scarce. Pollution had begun to take a toll on the ocean to an unprecedented extent. Year after year the sea was getting warmer, noisier and more toxic. The number of fishes fell, some species had disappeared altogether. The whales told her it was the same everywhere.

Her husband had wooed her with the promise to fund her university degrees in ecology and engineering. Liar! Shortly after their wedding he had taken her skin from her. With a cruel smile he gave it back once a month, on condition that she dove for valuable baubles to build up his collection. Under cover of playing the role of society beauty – being a success really pays off – she had managed to find likeminded women, who helped each other to attain their goals. Little did her husband know that she invested (so much easier with cash!) her monthly allowance wisely to finance her studies undertaken in secret. Eventually she would get her revenge by some means or other.

The seventh collage in the series „A different life“. | Die siebte Collage in der Serie „A different life“.

Betrogen

Es ist heiß. Schweiß tropft von meiner Nasenspitze und ich träume vom Meer. Aber anstatt zu einem weit entfernten Strand zu reisen, fülle ich ein Fußbad mit kalten Wasser und erzähle Ihnen eine Geschichte.

Edelsteinbesetzte Pokale, Schüsseln gefüllt mit Perlen und fantastischem Renaissanceschmuck, Kisten vollgestopft mit spanischen Dublonen und andere Schätze, die mit den von ihren Vorfahren in gefährliche Wasser gelockten Schiffen gesunken waren, füllten jedes Regalbrett des Tresorraumes. Sie hatte ihrem Ehemann nicht nur zu Reichtum verholfen sondern ihn auch als wichtigen Sammler berühmt gemacht. Und dennoch verwehrte er ihr das Einzige, das sie wirklich begehrte, das Einzige, für das sie bereit gewesen war, ihre Freiheit zu opfern. Eine Ausbildung.

Sie musste für ihr Volk einen Weg finden, ihren Lebensraum zu retten. Selkies aßen nicht viel, aber die Nahrung wurde knapp. Die Verschmutzung strapazierte den Ozean in noch nie dagewesenem Ausmaß. Jahr für Jahr wurde das Meer wärmer, lauter und giftiger. Die Zahl der Fische sank, manche Arten waren bereits verschwunden. Es war überall dasselbe, erzählten ihr die Wale.

Ihr Ehemann hatte sie mit dem Versprechen umworben, ihr ein Studium der Ökologie und Ingenieurswissenschaft an der Universität zu finanzieren. Lügner! Kurz nach der Hochzeit stahl er ihre Haut. Einmal im Monat gab er sie mit einem höhnischem Grinsen zurück – unter der Bedingung, dass sie für ihn nach wertvollem Schnickschnack tauchte, um seine Sammlung weiter aufzubauen. Für die bessere Gesellschaft spielte sie gehorsam die Schöne, doch unter diesem Deckmäntelchen – ein Erfolg zu sein zahlte sich aus! – war es ihr gelungen gleichgesinnte Frauen zu finden, die einander halfen ihre Ziele zu erreichen. Ihr Ehemann hatte keine Ahnung, dass sie ihr monatliches Taschengeld weise anlegte (so viel einfacher mit Bargeld!) und sie mit dem Gewinn im Geheimen ihr Studium finanzierte. Auf die eine oder andere Art würde sie eines Tages ihre Rache bekommen!

Green treasure

Grüne Schätze

In urban areas they are trodden on, sprayed with weedkiller and considered a sign of neglect instead of being admired for their ability to grow from crevices in the pavement. Most gardeners seem to detest them. Native plants, often considered as weeds, enrich the urban environment in a way that we will learn to appreciate in the future. They provide sustenance for insects, which in turn help feed the dwindling population of birds. Look closely and you will notice that these humble plants are pretty.

Nature strikes back! Plants growing from cracks in Vienna´s pavements, by the wayside and on future building sites. | Die Natur erobert sich Terrain zurück: Wiener Pflasterritzenvegetation, Grünzeug am Wegesrand und auf brachliegenden zukünftigen Bauplätzen.

These days weekends are reserved for long walks exploring Vienna´s urban environment. I am always delighted to come across an abundance of grasses, wildflowers and other tenacious vegetation. Lately I have begun to pick some flowers and leaves (only when there are plenty and never rare species) to make tiny bouquets. Beauty and inspiration can be found in the oddest places.

Tiny Bouquet No. 1 presented in a schnapps glass | Sträußchen Nr. 1 präsentiert im Schnapsglas: Gemeine Waldrebe (Clematis vitalba), Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium), Wegwarte (Cichorium intybus), Ackerwinde (Convolvulus arvensis), Luzerne (Medicago sativa), Wilde Möhre (Daucus carota), Deutsches Weidelgras (Lolium perenne).

Grüne Schätze

Wir trampeln auf ihnen herum, besprühen sie mit Unkrautvertilgungsmittel und betrachten sie als ein Zeichen von Verwahrlosung, anstatt sie für ihre Fähigkeit in Pflasterritzen zu wachsen zu bewundern. Die meisten Gärtner scheinen sie zu verabscheuen. Einheimische Pflanzenarten, oft als Unkraut angesehen, bereichern den städtischen Lebensraum – das werden wir in Zukunft noch zu schätzen lernen. Sie bieten einer Vielzahl an Insekten Futter, an denen sich wiederum die schrumpfende Population der Vögel satt essen kann. Bei genauer Betrachtung sind diese „gewöhnlichen“ Pflanzen auch noch hübsch.

Meine Wochenenden sind reserviert für lange Spaziergänge im Wiener Stadtgebiet. Ich freue mich immer, wenn ich dabei auf üppig sprießende Gräser, Wildblumen und andere bewundernswert zähe Vegetation treffe. Vor kurzem habe ich begonnen, Blumen und Blätter zu pflücken (natürlich nur, wenn es viele davon gibt, und niemals geschützte Arten), um kleine Sträuße zu binden. Schönheit und Inspriation können tatsächlich an den seltsamsten Orten zu finden sein.

The Last Of The Peonies

Die letzten Päonien

The lovely flowers are at their best once they start wilting. Their petals crinkle and shrivel in interesting ways. Subtle colour changes occur. As the uniformly opulent flowers start to droop they are gaining individuality in the process of aging.

Plate with wilted Peonies. | Teller mit verwelkten Päonien.

Oh, peonies! Their faded beauty reminds me of pastel-coloured ballgowns, delicate embroidery, rococo ruffles, crinkly tissue paper, candlelight on cream wainscotting, dainty pink bonbons and – of all things – meringue.

Detail of a wilted peony. | Detail einer verwelkten Päonie.
Peonies age beautifully! | In Schönheit gealtert!
Old lace and peony-petals. Dome-shaped yellow meringues. | Alte Spitze und Blütenblätter von Päonien. Kleine gelbe Windbäckerei-Kuppeln.
Symphony in pale yellow. | Sinfonie in Zartgelb.
Detail of a wilted peony. | Detail einer verwelkten Päonie.
Look at those delicate colours! | Diese delikaten Farben!
Severel meringues. Detail of a wilted peony. | Baisers. Detail einer verwelkten Päonie.
Meringues with pastel stripes. The beautiful wrinkles of a peony. | Baisers mit pastellfarbigen Streifen. Die schönen Falten von Päonienblütenblättern.
Detail of a wilted peony. | Detail einer verwelkten Päonie.
Swirling, curling petals like a windblown dress. | Wie ein Kleid im Wind: Eine Woge aus eingerollten Blütenblättern.
Detail of wilted peonies. Fissured little meringue-mountains. | Detail verwelkter Päonien. Rissige Windbäckerei.
Frothy petals. Fissured meringue in the shape of little mountains. | Blütenblätter wie schäumende Wellen. Weiße Windbäckerei in der Form von kleinen zerklüfteten Bergen.
Detail of a wilted peony. Detail einer verwelkten Päonie.
A nest of petals. | Ein Nest aus Blütenblättern.
Still life with petals of a peony, coral on sheetmusik. Stillleben mit Päonienblättern und Korallen auf einem Notenblatt.
The musician has returned to the sea in a storm of petals and torn embroidery. | Die Musikerin kehrte in einem Sturm aus Blütenblättern ins Meer zurück.

Die letzten Päonien

Die hübschen Blumen sehen am besten aus, wenn sie beginnen zu verwelken. Schrumpelnde Blütenblätter, die sich elegant krümmen, machen Päonien erst so richtig interessant. Hinzu kommen subtile Farbveränderungen. Während des Alterungsprozesses gewinnen die in ihrer frischen Üppigkeit kaum zu unterscheidenden Blüten an Individualität, denn jede sackt anders in sich zusammen.
Ach, Päonien! Ihre verblasste Schönheit erinnert mich an pastellfarbene Ballkleider, zarte Stickerei, Rokoko-Rüschen, zerknittertes Seidenpapier, cremefarbene Wandvertäfelungen bei Kerzenlicht, zierliche rosa Bonbons and – ausgerechnet – Baisers.

The Journey Continues …

Die Reise geht weiter …

… across the concertina to the second booklet of „Take me on a trip“. The three pop-ups contained therein allude to the sensory delights of travel.

Are you spending far too much time indoors surrounded by ugliness? Places of work and classrooms are seldom attractive, well designed or stimulating. With time we become accustomed to back-ache, eye strain, indigestion and irritated skin. Our senses register pain and discomfort, but not much else. Small wonder that holidays are considered the highlight of the year. Free of the daily grind we come alive for a short time.

Is there a better place to awaken the senses than a large historic garden or the seaside?

I want to feel the caresses of a gentle breeze …

The wind ruffles my hair and carries the sweet smell of flowers and recently mown grass. As I wander, slowly exploring the landscape, I am amazed time after time how much happiness changing views and delightful planting schemes can bring.

Pop-up showing a formal garden by the sea and a putto blowing wind into the sails of a ship. | Pop-up das einen am Meer gelegenen formalen Garten zeigt. Über ihm schwebst ein Putto und bläst Wind in die Segel eines Schiffes.
The best of two worlds: A lovely palace set in a formal garden by the sea. Approaching ships should beware the sea-monster. | Das Beste zweier Welten: Ein herrlicher Palast in einem formalen Garten am Meer. Schiffsreisende, nehmt euch vor dem Seeungeheuer in acht!

The experience of open spaces is often liberating. Walking leisurely down a garden path, the skin warmed by the sun, makes the use of one´s body a pleasure. Both body and mind slowly relax and finding a rhythm beginn to work well together, generating a feeling of freedom and contentment.
So, utterly relaxed and slightly peckish, let us board the ship and see where the waters will take us …

A ship is waiting at the landing stage of a garden by the sea and moved slowly across the page. | Ein Schiff wartet an der Anlegestelle eines am Meer gelegenen Gartens und zieht langsam über die Seite.


… to hear the murmur of enchanted leaves …

In the second pop-up a table is set for a sumptuous afternoon tea. I admit, the chandelier is a bit over the top. Fly agaric, wild boar and rabbit are not on the menu nor are soggy cucumber sandwiches, but there is plenty of delicious cake. Sit down, take off your shoes and enjoy the tranquility of the woodland setting.

Pop-up of a glade in a wood. To the left a table is set for tea, to the right a boar lurks in the bushes. A hot-air balloon waits to carry travelers to their next destination. | Pop-up einer Waldlichtung. Links ein für den Nachmittagstee gedeckter Tisch, rechts lauer ein Eber im Gebüsch. Ein Heißluftballon wartet auf Reisende.
Al fresco dining without fighting wasps and ants? I heard it can be done. | Es soll möglich sein: Essen im Freien, ganz ohne Kampf mit Wespen und Ameisen.

When abroad I am always more aware of sound, not only in the country but also in cities. London sounds (and smells) different than Paris or Rome. I fondly remember the night I was kept awake by a nightingale and each day I spent on a beach listening to the waves.

Pop-up of a glade in a wood. A different view. | Eine andere Ansicht des Pop-ups einer Waldlichtung
Birds twitter, grasshoppers chirp and pollinators hum busily. Too drowsy to join the chorus? Watch the wildlife instead! | Vögel zwitschern, Heuschrecken zirpen und Bestäuber summen geschäftig. Zu schläfrig, um in den Chor einzustimmen? Wildtierbeobachtung wäre eine Alternative


Another sense put hard to work when I travel is taste. All that glorious foreign food! A bite here and a nibble there, a snack bought from a street vendor or a full meal at a restaurant – there is so much to explore! Your stomach rumbles in anticipation? The nearest city is only a hot-air balloon ride away. Let´s go …

… and see the nightsky painted by a million city lights

Light pollution can be pretty. Shop windows are brightly lit, neon signs blink, street lights paint fiery trails through urban canyons and millions of windows glow like fireflies in the dark. Add a dash of various art illuminations, that dip sights in the colours of the rainbow, to the cityscape and you have a heady cocktail indeed.

Pop-up of a street at night. Some windows are lit. In the sky hangs a celestial chart and Pegasus passes a full moon. | Pop-up einer nächtlichen Straße. Einige fenster sind hell erleuchtet. Eine Himmelskarte zeigt die Konstellationen, Pegasus fliegt vor dem Vollmond vorbei.
The city is well lit and Pegasus fails to jump over the moon. | Die Stadt ist hell erleuchtet und Pegasus schafft es nicht, über den Mond zu springen.


Travel is the key to happiness!

Last double page of the book "Take me on a trip" showing a collage with two figures in front of an ornamental frame, a street wiew and birds. | Die letzte Doppelseite des Buches "Take me on a trip" zeigt zwei weibliche Figuren vor einem ornamentalen Rahmen, einer Straßenansicht und Vögeln.

Die Reise geht weiter …

entlang des Leporellos zum zweiten Büchlein von „Take me on a trip“. Im Mittelpunkt der drei darin enthaltenen Pop-ups stehen die sinnlichen Genüsse einer Reise.

Verbringen Sie auch zu viel Zeit in hässlichen Innenräumen? Arbeitsstätten und Klassenzimmer sind selten attraktive, gut gestaltete oder stimulierende Aufenthaltsorte. Mit der Zeit gewöhnen wir uns an Rückenschmerzen, überbeanspruchte Augen, Verdauungsstörungen und gereizte Haut. Unsere Sinne nehmen in erster Linie Schmerz und Unbehagen war. Kein Wunder also, dass der Urlaub als der Höhepunkt des Jahres empfunden wird. Für kurze Zeit befreit er uns von der täglichen Mühsal und wir fühlen uns wieder lebendig.

Gibt es einen besseren Platz, um die Sinne aufzuwecken als einen Garten oder das Meer?

Ich will von einer sanftem Brise umspielt werden …

Der Wind streicht mir durchs Haar und verströmt süßen Blütenduft und den Geruch frisch gemähten Grases. Langsam erkunde ich auf meiner Wanderung die Landschaft und wundere mich immer wieder aufs Neue, wie glücklich eine Abfolge schöner Aussichten und der Anblick einer gelungenen Bepflanzung machen kann.

Der Blick zum Horizont, das Gefühl von Weite, wirken befreiend. Den eigenen Körper zu spüren, die Haut von der Sonne gewärmt, während man gemächlich einen Gartenpfad entlang spaziert, ist etwas Herrliches. Körper und Geist entspannen sich, finden einen gemeinsamen Rhythmus und beginnen miteinander, nicht gegeneinander, zu arbeiten. Das Ergebnis ist ein Gefühl der Freiheit und des Wohlbefindens.
Endlich vollkommen entspannt, aber ein wenig hungrig, lassen Sie uns das Schiff besteigen. Mal sehen, wohin uns die Wasser tragen …

… um das Murmeln zauberhafter Blätter zu hören …

Doch zuerst wird im zweiten Pop-up der Tisch für einen üppigen Nachmittagstee gedeckt. Der Kronleuchter wirkt allerdings ein bisschen überzogen, das gebe ich gerne zu. Fliegenpilz, wilder Eber und Kaninchen stehen ebensowenig auf der Speisekarte wie schwammige Gurkensandwiches. Stattdessen gibt es jede Menge Kuchen. Setzen Sie sich, ziehen Sie die Schuhe aus und genießen Sie die Ruhe des Waldes.

Wenn ich unterwegs bin, egal ob am Land oder in der Stadt, achte ich viel stärker auf Geräusche. Ich erinnere mich gerne an die Nacht, in der mich eine Nachtigall nicht einschlafen ließ, und jeden Tag, den ich den Wellen lauschend an einem Strand verbrachte. London klingt (und riecht) anders als Paris oder Rom.

Auch mein Geschmackssinn muss im Urlaub hart arbeiten. All diese großartigen, unbekannten Häppelchen und Speisen! Ein Bissen hier, ein wenig knabbern da, ein an einem Marktstand gekaufter Snack oder eine richtige Mahlzeit in einem Restaurant – es gibt viel zu kosten. Knurrt Ihnen schon der Magen? Die nächste Stadt ist nur eine Ballonfahrt entfernt. Auf geht es …

… um im städtischen Lichtermeer den Nachthimmel aus den Augen zu verlieren …

Lichtverschmutzung kann so hübsch sein. Schaufenster sind hell erleuchtet, Leuchtreklame blinkt, die Straßenbeleuchtung zieht feurige Pfade durch Straßenschluchten und Millionen Fenster verstrahlen warmen Glanz wie Glühwürmchen im Dunkel. Ein Schuss Lichtspiele dazu, die Sehenswürdigkeiten in die Farben des Regenbogens tauchen – fertig ist der berauschende Cocktail.

Reisen ist der Schlüssel zum Glücklichsein!

Wanderlust

Fernweh

Planning a journey is such a joy! Gathering information broadens the mind and heightens anticipation. By that I don´t mean choosing a hotel, but reading about the history of places one is going to visit, buying maps and poring over them, etc. Then finally, the day of departure is only hours away. It is time to pack and water the houseplants.
Are you ready? Then let us take a peek into the first booklet of „Take me on a trip“.

First double page of the book "Take me on a trip" showing a collage of a winged female figure standing between two pillars looking at a globe. | Die erste Doppelseite des Buches "Take me on a trip" zeigt eine geflügelte Frauenfigur, die zwischen zwei Säulen steht und auf einen Globus blickt.
A guardian angel is watching over the fearless traveller. | Ein Schutzengel begleitet die furchtlos Reisende.

Take me on a trip …

Bag, backpack or suitcase? Just one suitcase, really? Well, it all depends. I travel light by necessity, but always hide a tightly folded bag at the bottom of my suitcase. One never knows how many books will beg to be bought en route. However, so far I have never needed a wooden crate or a substancial trunk as depicted next to the pop-up of an aeroplane.
Well, as you can see our means of transport has arrived. The plane looks a bit oldfashioned, but appearances can be deceptive.

Pop-up of an oldfashioned aeroplane. Luggage sits beside it. | Pop-up eines altmodischen Flugzeugs. Das Gepäck steht neben ihm.
An aeroplane is waiting to be loaded. | Das Flugzeug wartet schon, dass es beladen wird.

So fasten your seatbelts and

… let us travel through the mists of time …

Overtourism proves that people are drawn to cities that have not lost their historic centres yet. Paris, Amsterdam and Venice come to mind. Would you travel somewhere to take a stroll in the banlieues, to spend your holiday in a modern shopping mall or to stare in awe at architectural atrocities, that can be subsumed under the term Corporate Crap? I think not.
We crave the beautiful and the sublime. We love variety. Imagine a world without castles, palaces, historic gardens, archaeological sites, museums and libraries, a world devoid of different cultures and traditions. What would be left to connect us with humanity´s past?

The second pop-up of the booklet is dedicated to all things historic and beautiful, be it temples, town houses or artefacts.

Pop-up with spiralling clouds, historic buildings and objects. | Pop-up aus Wolkenspirale, historischen Bauten und Objekten.
Fancy a trip to the Nile, a stroll through the ruins of a roman city, or a tour of a library allowing a glimpse of fabulous manuscripts? | Lust auf eine Reise an den Nil, einen Spaziergang durch die Ruinen einer römischen Stadt oder auf einen Bibliotheksrundgang, wunderbare Handschriften inclusive?
Pop-up with spiralling clouds, historic buildings and objects. | Pop-up aus Wolkenspirale, historischen Bauten und Objekten.

You prefer to commune with nature? Then come along

… to distant hills and foreign shores

What is more invigorating than a trip to the sea? Bask in the sun, eat seafood, collect shells or take a swim – there is so much to do and see, one is spoilt for choice. In landlocked countries mountains and woods beckon. I owe my lifelong interest in plants and animals to long hikes through forrests and up mountains. Family holidays were made bearable because there was always something to prod or collect, to be looked up in books or drawn later. Curiosity is a good tour guide, no matter whether you enjoy food, botany, fossils or watching other people.

Pop-up with mountain range and a castle towering over the sea. | Pop-up einer Bergkette mit Burg, hoch über dem Meer.
At home or abroad: nature is good for you – but, please, don´t leave your litter. | Ob Zuhause oder im Ausland: Natur tut gut – aber lassen Sie bitte ihren Müll nicht zurück.

Fernweh

Was gibt es Schöneres als eine Reise zu planen? Das Sammeln von Informationen erweitert den Horizont und steigert die Vorfreude. Damit meine ich nicht die Suche nach Unterkünften, sondern das Anlesen von Wissen über Reiseziele, den Erwerb von Landkarten/Stadtplänen und das Studium derselben. Dann endlich sind es nur mehr Stunden bis zur Abreise. Es ist Zeit zu packen und die Zimmerpflanzen ordentlich zu gießen.
Sind Sie bereit? Dann lassen sie uns einen Blick ins erste Büchlein von „Take me on a trip“ werfen.

Nimm mich mit auf die Reise …

Tasche, Rucksack oder Koffer? Nur ein Koffer, wirklich? Nun ja, das hängt davon ab. Ich bin es gewohnt, leicht zu reisen, habe aber immer eine zusammengefaltete große Tasche tief unten im Koffer dabei. Wenn man unterwegs ist weiß man ja nie, wie viele Bücher geradezu darum betteln, gekauft zu werden. Eine Holzkiste oder einen riesigen Reisekoffer, wie neben dem Flugzeug-Pop-up zu sehen, habe ich allerdings noch nie benötigt.
Zeit aufzubrechen: unser Transportmittel ist hier. Das Flugzeug sieht ein wenig altmodisch aus, aber der erste Eindruck kann täuschen. Also, Gurte festgezurrt und los geht es …

… auf eine Zeitreise durch die Nebel der Geschichte …

Der Massentourismus beweist, dass Städte mit noch intakten historischen Stadtkernen Menschen anziehen. Paris, Amsterdam und Venedig fallen spontan ein. Würden Sie irgendwohin fahren, um einen Spaziergang in einem Vorort mit Plattenbauten zu machen, um Ihren Urlaub in einem modernen Einkaufszentrum zu verbringen oder um voller Ehrfurcht potthässliche Neubauten anzustarren, deren Gestaltung man unter dem Begriff Spekulantenscheiße zusammenfassen könnte? Ich glaube nicht.
Wir sehnen uns nach dem Schönen und Erhabenen. Wir lieben Abwechslung. Stellen Sie sich eine Welt ohne Burgen, Schlösser, historische Gärten, archäologische Stätten, Museen und Bibliotheken vor, eine Welt ohne unterschiedliche Kulturen und Traditionen. Was würde uns dann noch mit der Geschichte der Menschheit verbinden?

Das zweite Pop-up des Büchleins ist den historischen Schönheiten gewidmet, von Tempeln über Stadthäuser bis zu Artefakten.

Ach, Sie genießen lieber die Natur? Dann kommen Sie mit zu

… fernen Hügeln und exotischen Stränden

Was belebt die Sinne mehr als eine Fahrt ans Meer? Man kann in der Sonne braten, Meeresfrüchte essen, Muscheln sammeln oder schwimmen gehen. Es gibt dort so viel zu tun und zu sehen, dass man gar nicht weiß wo anfangen. In strandlosen Ländern locken Berge und Wälder. Ich verdanke mein Interesse an Pflanzen und Tieren langen Wanderungen durch Wälder und auf Berge. Die Tatsache, dass es dabei immer etwas zu stubsen oder sammeln gab, über das man später in Büchern recherchieren konnte oder das sich zeichnen ließ, machte die Familienurlaube erträglich. Neugier ist ein guter Fremdenführer, ganz egal ob die Begeisterung Essen, Botanik, Fossilien oder dem Beobachten anderer Menschen gilt.

Take Me On A Trip

Nimm mich mit auf die Reise

Oh, to be free from the daily grind, from work, household chores and the demands of others – at least for a short period of time. In a good year I would have taken a few days off in early summer to travel and enjoy the intoxicating feeling of being somewhere else. I miss the experience of motion, of speed and of new visual impressions.

I have become an armchair traveller thinking wistfully of foreign lands. | Sehnsüchtiges Reisen mit dem Finger auf der Landkarte.

When on holiday I refuse to be ruled by the clock. Spontaneity reigns supreme. Package tours? Prebooked tickest? No, thank you! With the exception of large cities, I seldom stay put in one place for more than three days, often deciding on a whim where to go next and which train to take. I love to explore unencumbered, flitting from museum to museum, from garden or park to market, from palace to church. Roaming streets randomly, drawn by interesting architecture, I often find enticing small shops selling antiques, books, paper or local food and crafts. At the seaside you will most likely see me on my hands and knees sifting through the sand in search of tiny shells or staring rapt into rockpools. Bliss!

Some years ago I tried to catch my attitude towards travel in a book. To express my love for historic places/things I chose collage as a medium, delving into my collection of old letters, documents, illustrations, objects and drawings of my own.
The journey starts and ends with a booklet containing three pop-ups each. An concertina acts as a link and symbolizes the time spent on the road, paying homage to chance encounters and unexpected sights.

When you open the book the aeroplane circles the world. | Beim Öffnen des Buches umkreist das Flugzeug die Erde.
A book can be a gateway, as most journeys begin in the mind. | Ein Buch kann ein Tor zur Welt sein, denn viele Reisen beginnen im Kopf.
The cover of the book is plain, but the packaging gives a hint of what it may contain. | Die Innenseite der Hülle gibt einen Vorgeschmack, nicht das Cover.
The construction of „Take me on a trip“: Two booklets linked by a concertina. | Der Bauplan von „Take me on a trip“: Zwei Büchlein verbunden mit einem Leporello.
The front of the concertina extends between pictures of two enigmatic keys. | Die Vorderseite des Leporellos wird von zwei rätselhaften Schlüsseln flankiert.
The journey continues on the back of the concertina. | Die Reise setzt sich auf der Rückseite des Leporellos fort.

Nimm mich mit auf die Reise

Oh, wie gerne würde ich für kurze Zeit der Mühsal des Alltags entfliehen – irgendwohin weit weg von der Arbeit, dem Haushalt und den Forderungen Anderer. Wäre es ein gutes Jahr, hätte ich mir im Frühsommer ein paar Tage frei genommen, um zu reisen und das berauschende Gefühl einmal woanders zu sein zu genießen. Ich vermisse die Freuden der Fahrt und der damit verbundenen neuen Eindrücke, das Gefühl der Geschwindigkeit und des Vorwärtskommens.

Im Urlaub lasse ich mir den Tagesablauf nicht von der Uhr diktieren. Es regiert die Spontanität. Pauschalreise? In voraus gebuchte Eintrittskarten für „Zeitfenster“? Nein danke! Großstädte ausgenommen, bleibe ich selten mehr als drei Tage an einem Ort. Oft fällt die Entscheidung wo es als Nächstes hingeht – und mit welchem Zug – aus einer Laune heraus. Ich liebe es unbeschwert auf Erkundung zu gehen, von Museum zu Museum, von Garten oder Park zu Markt, von Schloss zu Kirche zu flitzen. Gerne streife ich aufs Geratewohl durch Straßen, lasse mich von interessanter Architektur locken und finde so oft verführerische kleine Läden, die Altwaren, Bücher, Papier oder lokales Essen und Kunsthandwerk verkaufen. Am Strand bin ich zumeist auf allen Vieren anzutreffen, entweder weil ich den Sand nach winzigen Muschen durchsuche oder verzückt in Tümpel starre. Glückseeligkeit!

Vor einigen Jahren habe ich versucht, meine Einstellung zum Reisen in einem Buch einzufangen. Um meiner Liebe zu historischen Orten/Dingen Ausdruck zu verleihen wählte ich als Medium die Collage. Als Material diente meine Sammlung alter Briefe, Dokumente, Illustrationen, Objekten und eigener Zeichungen.
Die Reise beginnt und endet mit einem Büchlein, das jeweils drei Pop-ups enthält. Ein Leporello verbindet die beiden Teile und symbolisiert gleichzeitig die Unterwegs verbrachte Zeit mit einer Hommage an Zufallsbegegnungen und unerwartete Anblicke.

The Art of Standing Still

Nothing moves. We are stuck. Physically, intellectually, psychologically, economically. Or are we?

It is a mystery to me how people manage to travel despite the pandemic. But obviously they do. I have read about holidaymakers going to Kenya, South Africa, the Seychelles or Mallorca. Are they richer, less risk averse, more resourceful and reckless than me? Or just plain stupid?

I have been staying in Vienna and will do so for the foreseeable future. European travel by train was a logistical nightmare even before Corona. Now using public transport is out of the question. I own neither car nor bycicle, so even daytrips to humble destinations in Austria are beyond reach. Freedom of movement has become a concept of the past.

Instead I walk. The world has shrunk to the distance my feet will carry me. Much has been written about the benefits of walking. But there is a difference between walking for pleasure and walking out of necessity. When life turns into a time-consuming obstacle race, ruled by an endless succession of enforced regulations, infringing on even the smallest personal decision, walking is getting ever more stressful. Using the shortest routes possible walking to and from work or going grocery shopping month after month after month is not only physically taxing but also repetitve and boring beyond belief. Mindfulness, living in the moment and awareness be damned. Humans need stimuli, social interaction, chance encounters and serendipitous coincidences to allow mental growth and further well-being. To stop and appreciate amazing moments, to make memories that are worth remembering, said moments need to happen in real life. Living vicariously by watching others enjoying themselves on screen, be it in a movie or on social media, is simply not enough.

For the majority of the population there is no forward momentum, no perspective, no feeling of achievement, no hope. Goalposts are arbitrarily shifted according to the whims of governments. The trick seems to be to deny others the pleasures of life, while applying quite a different set of rules for oneself, one´s friends and sponsors. Inequality is on the rise wherever you look. New laws are being written and it does not bode well for those without the opportunity to turn a profit from standing still.

Bloodsuckers beware

Blutsauger aufgepasst

Presumably the Wienerwald is free of vampires at this time of the year. A faint, but pervasive fragrance of garlic wafts through the air, due to an abundance of wild garlic (allium ursinum). It is a pretty plant, but – alas – quite smelly.

As wild garlic is edible, culinary minded Viennese can be seen happily grazing, ahem, picking leaves. Personally I would not dream of eating wild garlic, it does not agree with me. The flowers, however, look quite nice in a small vase.

The wooded areas of Pötzleinsdorfer Park turn into a veritable sea of white flowers. | Ein Meer aus weissen Blüten bedeckt den Boden der bewaldeten Teile des Pötzleinsdorfer Parks.
A profusion of wild garlic. | Bärlauch im Überfluss.
Bringing nature home: Wild garlic and other wildflowers pose for an impromptu still life. | So bringt man die Natur in die Wohnung: Bärlauch und andere Wildblumen posieren für ein improvisiertes Stillleben.

Blutsauger aufgepasst

Im Wienerwald treiben sich in dieser Jahreszeit vermutlich keine Vampire herum. Schließlich durchzieht der schwache, aber hartnäckige Duft von Knoblauch die Frühlingsluft. Ja, es ist wieder so weit: der Bärlauch (Allium ursinum) sprießt üppig! Die Pflanze ist hübsch, aber leider nicht gerade wohlriechend. Da Bärlauch essbar ist, sind des Öfteren auch glücklich weidende – räusper, Blätter zupfende, kulinarisch gesinnte Wiener zu beobachten. Ich für meinen Teil würde nicht im Traum daran denken, irgendetwas mit Bärlauch als Zutat zu essen, er bekommt mir nicht. Aber die Blüten mag ich, sie sehen in kleinen Vasen recht hübsch aus. Wenn sie nur nicht so müffeln würden!